MT-Interview: Airbus Testpilot Karl-Heinz Mai vergleicht den Airbus A400M mit der Transall
Sevilla/Wunstorf (mt). Ab 2015 soll er auf dem Fliegerhorst Wunstorf stationiert werden: Der Airbus A400M ersetzt das veraltete Transportflugzeug der Bundeswehr, die Transall. Airbus Testpilot Karl-Heinz Mai war an der Entwicklung des A400M beteiligt und wird das neue Flugzeug bald selbst fliegen. Am Rande des Jungfernfluges sprach Jan Henning Rogge mit dem ehemaligen Bundeswehr-Piloten über die Vorteile der neuen Maschine.
Herr Mai, was ist das besondere an dem neuen Flugzeug im Vergleich zur Transall?
Es ist sehr viel leistungsstärker als die Transall. Es hat ein modernes Cockpit, ein "Fly by Wire"-System, was ihm sehr vorteilhafte Flugeigenschaften verleihen wird, und es hat ein breiteres Aufgabenspektrum als die Transall. Es wird nicht nur Lasten transportieren können, sondern auch noch als Tanker für die Luftbetankung funktionieren. Es wird einen automatisch geführten Tiefflug durchführen können.
Was bedeutet dieses neue Flugzeug für die Bundeswehr?
Die Bundeswehr wird mit dem Flieger erstmalig weiter und mehr transportieren können - mit weniger Flugzeugen. Es ist ja bekannt, dass gerade im Bereich höher liegender Flugplätze und einer Topografie wie wir sie beispielsweise in Afghanistan anzutreffen ist, die Transall schon an ihre Leistungsgrenzen geraten ist und den Einsatz ziemlich einschränkt. Das wird mit diesem Flugzeug, wenn es die Erwartungen erfüllt - und wir gehen ganz davon aus - nicht der Fall sein. Das Aufgabenspektrum der Bundeswehr kann damit erweitert werden.
Es hat massive Verzögerungen gegeben. Ein Kommentar dazu?
Nein ... Für uns ist der Erstflug das Ende einer Entwicklung, bei der sich jeder zu hundert Prozent eingebracht hat, wo jeder sein ganzes Wissen und Können eingebracht hat. Für uns ist das Flugzeug "on time" und das ist für uns das wichtigste.
Wie lange befassen sie sich jetzt schon mit dem A400M?
Ich persönlich befasse mich seit nunmehr vier Jahren mit dem A400M im Rahmen der Entwicklung der Cockpit-Auslegung und -verfahren des neuen Flugzeuges.
Sind sie traurig, dass sie heute nicht fliegen durften?
Ein wenig schon. Aber es können immer nur zwei Piloten den Erstflug durchführen. Es überwiegt auf jeden Fall die Freude, dass das Flugzeug heute zum ersten Mal fliegt. Das ist das wichtigste und überwiegt auch die Traurigkeit, dass man heute nicht selbst drin sein konnte. Wir werden es nachholen - in sofern: kein Problem.
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