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23.01.2010
Leise dieselt der . . . Porsche
Cayenne mit Selbstzünder: Kultivierter, laufruhiger Motor mit akzeptablem Verbrauch
VON WOLFGANG BARLEN

Stuttgart (nw). Beim Thema Diesel hat sich Porsche lange geziert. Doch der Druck, nicht zuletzt seitens der Interessenten, überzeugten die Verantwortlichen letztendlich doch, den Offroad-Boliden Cayenne mit einem Selbstzünder auszustatten. Welche Qualitäten der erste Diesel-Porsche im Alltagsbetrieb hat und ob der Motor zur Marke passt, wir haben es ausprobiert.

"Obacht, hier komme ich": Der Cayenne ist kein Tiefstapler. Er trumpft lieber mit selbstbewusster und auffälliger Optik auf. Fotos Wolfgang Barlen

Als Diesel so richtig auffallen soll der Cayenne wohl nicht, denn optisch ist er nicht vom Basismodell mit Benzin-V6 zu unterscheiden. Es sei denn, man öffnet den Tankdeckel, unter dem der Hinweis auf den Bedarf von Dieselkraftstoff zu finden ist. Oder man wirft einen Kennerblick auf den Drehzahlmesser. Selbst beim Anlassen des übrigens aus dem VW-Audi-Konzernbaukasten stammenden und in einigen Audi-Modellen verbauten Sechszylinders ist der Diesel kaum auszumachen.
Viel Platz: Auch im Fond ist gut Reisen angesagt.


Klappe hoch: 540 Liter sind ein ordentliches Maß für Sack und Pack.

Die Kraft auf den permanenten Allrad-Antrieb überträgt der Zuffenhausener via Sechs-Gang-Automatikgetriebe, serienmäßig mit Tiptronic S für all jene, die unbedingt selbst die Übersetzung bestimmen möchten. Und dabei kommen durchaus Porsche-Gefühle auf. Der immerhin knapp 2,3 Tonnen schwere Wagen tritt ordentlich sportlich an und hängt erstaunlich agil am Gas. Sein kräftiges Drehmoment von 550 Newtonmetern entwickelt der Motor bereits ab 2.000 Kurbelwellenumdrehungen. Von untermotorisiert kann in diesem Fall keine Schreibe sein.

Alles drin: Anschlüsse für iPod, USB-Stick und analogen Stecker.

Ganz harmonisch werkeln Sechszylinder und Getriebe zusammen. Dafür haben die Porsche-Techniker tief in die Innovationskiste gegriffen: Common-Rail-Einspritzung mit bis zu 1800 bar Druck, Turbolader mit variabler Turbinengeometrie, Abgasrückführung und so weiter. Natürlich ist der Cayenne Diesel gemessen an den Modellgeschwistern im Konzern der langsamste, doch wo fährt man ein Auto denn noch wirklich weit jenseits der 200-Kilometer-Marke.

Sportlicher Allrounder mit sehr viel Platz

Und: Weniger Gas geben kostet bekanntlich ja auch weniger Treibstoff. Beim Cayenne macht sich das (verglichen mit seinen Benzin-Geschwistern) deutlich bemerkbar. Während der Testfahrten verbrauchten wir lediglich 9,7 Liter. Das ist für ein Fahrzeug dieser Art ein absolut vertretbarer Wert. Neben der wohltuenden Gewissheit kostengünstiger von A nach B zu fahren, braucht der geneigte Cayenne-Fan nichts Porsche-typisches missen. Das Interieur entspricht dem Zuffenhausener Standard: sportliche Sitze, sportliches Ambiente, das Platzangebot eines großen Offroaders und eine lange und nicht billige Aufpreisliste mit so ziemlich allem, was das Herz in Sachen automobiler Sonderausstattung begehrt und das Portemonnaie bezahlen kann.

Der Cayenne Diesel präsentiert sich als absolut alltagstaugliches, relativ wirtschaftlich zu fahrendes Auto. Ob für den Wocheneinkauf, der Kofferraum bietet 540 Liter Raum, ob für den Trip zum Möbeldiscounter, hinter der hoch aufschwingenden Heckklappe lassen sich bei umgelegter Rücksitzbank bis zu 1770 Liter unterbringen, oder als Reisemaschine, der Zuffenhausener macht alles mit, ohne dass man ob des Verbrauchs ein schlechtes Gewissen haben müsste.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2010
Dokument erstellt am 22.01.2010 um 21:35:04 Uhr

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