20 Jahre nach den Revolutionen in Osteuropa und der Überwindung der deutschen Spaltung herrschen wenig Zweifel am Ausgang des Kalten Krieges - einerseits.
Andererseits scheint auf dem Gebiet der Spionage die DDR-Staatssicherheit den westdeutschen Geheimdiensten überlegen: BND, Verfassungsschutz und Militärischer Abschirmdienst werden häufig als pannenbehaftet, löchrig und wenig effektiv wahrgenommen. Dieses Bild prüft und korrigiert der Band "BND contra Sowjetarmee".
Das Autorenduo, die Historiker Armin Wagner und Matthias Uhl haben auf knapp 300 Seiten die Aktivitäten des Bundesnachrichtendienstes in der DDR zwischen 1950 und 1989 untersucht und diese als 14. Band der Reihe Militärgeschichte der DDR im Berliner Links-Verlag veröffentlicht.
Entstanden ist trotz manchmal schwieriger Quellenlage ein umfassendes Bild der gegen die Spionage zunächst der "Organisation Gehlen" und dann des BND auf dem Gebiet der DDR - nach 1961 erschwert durch den Mauerbau: Neben die Werbung von DDR-Bewohnern traten nun vermehrt westdeutsche Geschäftsleute, Fernfahrer, Binnenschiffer und sonstige Reise- und "Transitspione".
Die Autoren zeigen an beispielhaften Einzelfällen Stärken und Schwächen des BND und seiner Gegner und machen dabei auch deutlich, wie sinnvoll eine weiter gehende Öffnung von Akten der Nachrichtendienste der Bundesrepublik zumindest bis 1990 wäre, um dieses historische Kapitel angemessen zu untersuchen.
Die Autoren zeigen an beispielhaften Einzelfällen Stärken und Schwächen des BND und seiner Gegner und machen dabei auch deutlich, wie sinnvoll eine weiter gehende Öffnung von Akten der Nachrichtendienste der Bundesrepublik zumindest bis 1990 wäre, um dieses historische Kapitel angemessen zu untersuchen.
Achim Wagner / Matthias Uhl, BND contra Sowjetarmee. Westdeutsche Militärspionage in der DDR, Christoph Links Verlag, 24.90 Euro