"Es war auch ein bisschen Glück dabei", sagte Florian Mayer mit einem Schmunzeln im Gesicht. Der Weltranglisten-18. hatte mit seinem Gegner Yen-Hsun Lu aus Taipeh große Probleme. "Ich hätte gerne seine Beinarbeit gehabt", sagte Mayer und staunte während des Matches nicht schlecht über die Laufstärke seines Gegenübers.
Mayer entschied den ersten Durchgang mit 7:6 (7:4) im Tiebreak für sich, weil Lu sich in der entscheidenden Phase zwei vermeidbare Fehler erlaubte. Doch dann rannte der Mann aus Taipeh den Deutschen quasi nieder und holte sich mit 6:3 den zweiten Satz. Es blieb eng und erst als Mayer 5:4 führte, attackierte er mit vollem Risiko den Aufschlag seines Gegners. Mit Erfolg: Zu null nahm er Lu den Aufschlag ab und steht damit im Viertelfinale.
Als dritter Deutscher ist Philipp Kohlschreiber in der Runde der letzten acht eingezogen. Mit einer sehr konzentrierten Leistung rang er den Ukrainer Alexander Dolgopolow 6:3 und 7:6 (7:5) nieder. "Ich habe heute wenig falsch gemacht und bin froh, dass ich in zwei Sätzen gewonnen habe", freute sich "Kohli" über den schnellen Erfolg.
Gleich zu Beginn der Partie feuerte er die Aufschläge seines Gegners mit zischenden Returns zurück und schaffte das frühe Break zum 3:1. Für Kohlschreiber war der Sieg gegen den Weltranglisten-21. auch wichtig für sein Selbstvertrauen. Nach dem Erstrunden-Aus bei den French Open hatte er eine Woche den Schläger nicht angefasst. "Siegen ist die beste Heilung", sagt der Augsburger und in Halle gefällt es ihm besonders gut: "Dieses Turnier ist einfach toll."
Nun freut sich Kohlschreiber auf das Duell heute gegen Titelverteidiger Lleyton Hewitt: "Das wird ein Kracher." Der flinke Australier besiegte Haas-Bezwinger Andreas Seppi 6:4, 6:4. Vor allem in den entscheidenden Phasen war Hewitt hellwach und holte sich die Big Points gegen den Italiener. Obwohl er vor den Gerry-Weber-Open mehr als drei Monate wegen einer Verletzung pausieren musste, ist mit dem Titelverteidiger in Halle wieder zu rechnen.
Ebenfalls im Viertelfinale ist Gael Monfils. Der Franzose siegte mit seiner spektakulären Spielweise locker mit 6:2 und 6:3 gegen den Kroaten Ivan Dodig. Dabei entzückte er die Fans im Gerry-Weber-Stadion mit einigen Kabinettstückchen und lief zur Freude des Publikums sogar hinter Bällen her, die er nicht mehr bekommen konnte. Monfils entwickelt sich zum Publikumsliebling stellt sich als echte Bereicherung des Turniers dar. Heute kommt es zum Duell zwischen ihm und Deutschlands Topspieler Florian Mayer.