Volleyball-Nationalspieler lotet Zukunft neu aus / Zukunft im DVV-Dress offen / Verstärktes Augenmerk auf Studium
"Es wird sich in den kommenden zwei Monaten zeigen, wie es weitergeht. Doch mein Gefühl sagt mir, dass ich mich verstärkt einem Studium widmen werde, um für das weitere Leben ein zweites Standbein zu haben. Da ist ein Profi-Alltag mit zehn Trainingseinheiten pro Woche plus ein Engagement in der Nationalmannschaft nicht mehr machbar", gesteht der beim Bundesligisten TSV Haching noch bis Ende Juni unter Vertrag stehende Vollblutsportler, der seine Volleyball-Wurzeln beim 1. VC Minden hat.
1993 begann er seine Karriere in der Jugend des heimischen Vereins, bevor er drei Jahre später nach Moers ins Internat wechselte und schnell den Sprung in die erste Männer-Mannschaft schaffte. Danach spielte der Annahme-Spezialist und Außenangreifer beim VC Mendig, wechselte dann zum SCC Berlin und wurde hier auf Anhieb zweimal Deutscher Meister. Danach ging es für den Globetrotter weiter nach Italien und Polen, bevor er seit 2008 wieder in deutschen Landen beim TSV Haching gelandet ist. Mit diesem Klub holte er zwei Mal in Folge den DVV-Pokal.
Parallel zur steilen Karriere in den Klubs wurden auch die Nationaltrainer auf den gebürtigen Ukrainer mit deutschem Pass aufmerksam. Bereits kurz nach seiner Berufung im Jahr 2003 nahm er an der EM in Deutschland teil und belegte mit dem deutschen Team Rang sieben. Größter Erfolg im Auswahl-Trikot ist jedoch der Gewinn der Europaliga im vergangenen Jahr. Für die anstehende Weltliga-Saison hat er Bundestrainer Raul Lozano allerdings erst einmal einen Korb gegeben.
Denn jetzt, nach Saisonende, in einem stillen Stündchen, ist der Entschluss gereift, das rastlose Leben gegen ein berufliches Standbein einzutauschen. Ganz mit dem Sport aufhören will der 1,93-Meter große Modell-Athlet jedoch nicht. "Wenn ich ein Studium aufnehme, würde ich schon sehen, dass ich wieder einen ambitionierten Volleyball-Verein finde, in dem ich helfen kann", so Bakumovski, der einräumt, "auch mit zwei oder dreimal Training pro Woche noch in einem Mittelklasse-Klub der Bundesliga locker mithalten zu können." "Die Fitnesswerte haben bei mir jederzeit gestimmt, und manchmal ist etwas weniger Training sogar besser als eine tägliche Einheit, um dann etwas ausgeruhter zu den Spielen zu kommen", so Bakumovski, den es spätestens nach vier Wochen ohne Ball in den Fingern wieder kribbelt.
"Der Volleyball hat bislang den größten Teil meines Lebens bestimmt und wird auch weiterhin einen Platz haben. Aber mit 29 Jahren muss man auch an ein Leben nach dem Profisport denken.", philosophiert das Bewegungsgenie, allerdings nicht ohne sich ein kleines Hintertürchen offenzuhalten. "Kommt ein tolles Angebot aus dem Ausland, würde ich mich noch einmal voll dem kleinen Runden widmen."