Talentläufe wieder heimlicher Höhepunkt des Porta-Marathons / Großer Jubel begleitet die kleinste Läuferin
VON STEFAN RÜTER
Porta Westfalica (sru). Knapp neun Stunden nach dem Start des Porta-Marathons kam kurz vor 18 Uhr Paula Marten ins Ziel gehüpft. Die dreijährige Läuferin wurde bejubelt wie eine Marathon-Siegerin und stand war damit das beste Beispiel für den besonderen Geist der Bambini-Läufe.
Mehr als 600 Kinder machten sich auf die gut 1000 Meter lange Strecke rund um das Gelände am Porta-Markt. Sie rannten, sie lachten, sie waren im Ziel aus der Puste. Vor allem aber entfachten die Bambinis mal wieder viel Begeisterung. "Das ist einfach süß. Ich freue mich, dass die Kinder so viel Spaß haben", war Ute Westphal ganz verzückt von den jungen Sportlern.
Auch ihr Sohn Lennart war zum ersten Mal beim Porta-Marathon dabei. "Ich bin ganz aufgeregt", gab die Mutter aus Peterhagen kurz vor dem Start zu. So ging es vielen Eltern. Aber gerade bei den Vätern überwog oftmals der Stolz. "Ich habe richtig Tränen in den Augen. Mein Sohn hat sich erst im November das Bein gebrochen. Heute hat er super durchgehalten. Ich bin richtig gerührt", war Andreas Heuer im Ziel ergriffen von seinem kleinen Lasse.
Ein absolutes Highlight lieferte die wohl jüngste und kleinste Teilnehmerin des Rennens. Paula Marten startete im allerletzten Bambini-Lauf. Das blonde Mädchen hüpfte glücklich von einem Bein auf das andere. Zusammen mit ihrem Papa kam sie als letzte Teilnehmerin des Tages im Ziel an.
Aber das dreijährige Mädchen erlebte einen besonderen Zieleinlauf. Sie wurde von den verbliebenen Zuschauern frenetisch gefeiert, als hätte sie gerade selbst den Marathon gewonnen. Papa Rene schob die Kleine sachte über die Ziellinie und war glücklich. "Ich bin richtig stolz", sagte er direkt nach dem Zielleinlauf. Er selbst ist ambitionierter Marathonläufer. "Paula sagt immer, dass sie mit mir zusammen Marathon laufen will. Sie weiß natürlich noch nicht, was das bedeutet. Aber der Lauf heute war für mich genauso schön wie ein eigener", freute sich Marten über seine Tochter.
So wie Paula Marten erlebten auch viele andere Kinder einen besonderen Nachmittag bei dem Lauffest in Porta. Manche lieferten sich unter dem tosenden Applaus der Zuschauer ein packendes Sprintduell, andere musste ihrem Anfangstempo Tribut zollen und gingen lieber in Ziel. Einige Bambinis mussten im Regen einen regelrechten Wasserstart hinlegen. Aber auch der Schauer konnte ihnen die Freude nicht nehmen.
Bei den Kleinsten liefen auch viele Eltern mit. Manche Mutter und mancher Vater mussten feststellen, wie schnell ihr Nachwuchs laufen kann und sahen im Ziel fast müder aus als ihr Kind. "Die Bambinis sind für mich das heimliche Highlight der Veranstaltung. Ich kann mich an den glücklichen Gesichtern kaum satt sehen", sagte Jörg Duchstein vom Porta-Organisationsteam.
Einziger Wermutstropfen bei den Rennen der Jüngsten waren technische Probleme bei der Zeitmessung. Deshalb musste die Siegerehrung ausfallen. "Das tut uns leid. Wir werden die Fehler analysieren", sagte Mit-Organisator Ullrich Beißner. Die Urkunden werden den Teilnehmern nun zugeschickt. Für rund 120 nachgemeldete Starter fehlen jedoch die Adressen. Die Eltern können die Urkunden nächste Woche im Einrichtungshaus abholen.
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