MT-Redakteur Henning Wandel und Lauf-Profi Michael Schirrmacher testen die Marathon-Strecke
So richtig einig wurden wir uns am Ende nicht, um das Fazit schon einmal vorweg zu nehmen. Gelaufen wird schließlich nicht nur mit den Beinen. Gerade beim Marathon spielt der Kopf mindestens eine ebenso wichtige Rolle - und psychologische Knackpunkte hat die neue Strecke durchaus zu bieten: Zwei Runden bedeuten, über die Ziellinie zu laufen und dennoch nicht am Ziel zu sein. Am Eingang zum Glacis und auf dem Weg zur Dützer Mühle hat man Abkürzungen zudem vor Augen, zum Greifen nah - dennoch müssen noch Schlenker gelaufen werden. Und wer zwischen Kilometer 14 und 16 das Gefühl hat, langsamer zu werden, sollte immer daran denken, dass es hier unmerklich bergan geht.
Aber jetzt zu den guten Seiten der Strecke: Es werden zwei Runden gelaufen. Sie lesen richtig: Neben der Sache mit dem vergegaukelten Zieleinlauf ist der Porta-Marathon nämlich eine sehr kompakte Sache. Freunde und Familie können ihre Helden häufiger sehen und anfeuern. Im Vergleich zur alten Rose-Strecke fallen jetzt auch die "langen Kanten" südlich der Porta weg, die gerade so manchem Hobby-Läufer den Zahn gezogen haben.
Allerdings sollte hier deutlich zwischen Spitzen- und Breitensportlern unterschieden werden. Gerade die langen Abschnitte haben den "Rose" damals schnell gemacht. Wegen der vielen Ecken und Kanten rechnet Michael Schirrmacher nach dem Testlauf in diesem Jahr nicht mit Bestzeiten bei den Spitzenläufern. Auch der Höhenunterschied auf der Strecke steht schnellen Zeiten im Wege.
Dafür dürfen sich die Läufer über schöne neue Abschnitte freuen: Der Weserradweg zwischen Anleger Porta und Schlagde verspricht entspanntes Laufen. Sollte es die Sonne allzu gut meinen, gibt es hier allerdings auch kaum Schutz, was auf der zweiten Runde durchaus ein Problem werden könnte. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens der Wind günstig steht - der Geruch von Grill und Bratwurst an der Schiffmühle lauert kurz vor Kilometer 30...
Gleich im Anschluss geht es mitten durch die Stadt. War die Bäckerstraße schon zwischen 2001 und 2006 im Programm, führt der Porta-Marathon in diesem Jahr auch quer durch Mindens Freiluftcafé auf dem Markt. Bei Latte Macchiato und Eisbecher heißt es hier: Augen zu und durch. Im Ziel wartet die schönere Belohnung.
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