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18.05.2010
Erst mal strampeln, bis der Arzt stoppt
Porta-Marathon: Warum sich Wilfried Arendmeyer untersuchen lässt, bevor er mit dem Lauftraining beginnt
VON JÜRGEN KRÜGER

Petershagen-Friedewalde/Minden (jk). Als Wilfried Arendmeyer die Atemmaske aufgesetzt wird, schaut er noch entspannt. Das ändert sich, als der 61-Jährige in die Pedale tritt. Dann muss er nämlich so lange strampeln, bis die Ärzte "Stopp" sagen. Der Nordhemmeraner lässt den Stand seiner Fitness überprüfen, bevor er sein großes Ziel angeht: Zehn Kilometer beim Porta-Marathon durchzustehen.

Dr. Heinz Schumacher setzt Wilfried Arendmeyer die Atemmaske auf. | Foto: Jürgen Krüger

Arendmeyer ist nicht der einzige, der in diesen Tagen die Vorbereitungen für die große Laufveranstaltung am 17. Mai aufnimmt. In der gesamten Region beginnen die Läuferinnen und Läufer, ihre Sportschuhe zu schnüren. Wilfried Arendmeyer ist nur einer von ihnen, und er macht sich nicht allein auf den langen Weg.

Wie viele andere hat er sich einer Gruppe angeschlossen, in seinem Fall ist es der Lauftreff des TuS Freya Friedewalde. "Und in dieser Gruppe ist Leistungsdiagnostik Pflicht", sagt der Lauf-Senior. "Wer nicht durchuntersucht ist, muss sich alleine vorbereiten. Wir übernehmen die Verantwortung nicht", sagt Lauf-Instruktorin Lisa Niedringhaus. Gemeinsam mit Uwe Bergner bereitet sie etwa 20 Starter auf ihren großen Tag vor.

Vier Sportler der Friedewalder Laufgruppe wollen den Marathon (42,2 Kilometer) schaffen, 14 den Halbmarathon (21,1 Kilometer). Wilfried Arendmeyer reichen die zehn Kilometer. Und so macht er sich zunächst auf den Weg zur sportmedizinischen Leistungsdiagnostik, einem Partner des Kreissportbundes Minden-Lübbecke.

Hier bieten seit sieben Jahren Dr. Dr. Rüdiger Berndt, Dr. Heinz-Harald Schumacher und Dr. Karl-Friedrich Sander spezielle Untersuchungen an, um "Aussagen über Belastungsqualität und -quantität sportspezifischer Tätigkeiten" zu machen, wie Schumacher sagt. Im Wesentlichen prüfen die Mediziner, ob ein Mensch gesund ist, wie fit er ist und ob er sich seine Ziele angemessen gesteckt hat. Dazu gibt es Tipps zur Trainingsgestaltung.

Sander überprüft mit Ultraschall zunächst Wilfried Arendmeyers Herz. Ist alles in Ordnung, geht es aufs Rad. Hier wird der Oberkörper mit Kontakten zugepflastert, die wiederum mit den Analyse- und Diagnosegeräten verbunden sind. Der Sportler setzt die Atemmaske auf, und noch bevor Arendmeyer anfängt zu hecheln, schlagen die ersten Kurven aus.

Bei Quotient eins wird der Körper sauer

Gemessen wird unter anderem das Verhältnis von Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxdabgabe. "Und sobald dieser Quotient eins ist, wird der Körper sauer", erklärt Schumacher. Im Klartext: Von diesem Punkt an geht’s bergab.

Nach ein paar Minuten ist dieser Zustand bei Wilfried Arendmeyer erreicht. Dabei scheinen nicht nur seine Muskeln sauer geworden zu sein, sein Blick wirkt ebenfalls etwas angespannt. Doch nun darf er langsamer treten, und die Mediziner messen, wie lange der Körper braucht, um sich wieder zu erholen. Schumacher: "Je kürzer diese Zeit ist, desto besser ist ein Sportler trainiert."

Arendmeyers Werte befinden sich irgendwo im Mittelfeld. Das heißt, er muss etwas tun. "Wenn Sie regelmäßig trainieren, werden Sie die zehn Kilometer schaffen", sagt Dr. Sander endlich. Auf diese Aussage hat Wilfried Arendmeyer gewartet. Ein Lächeln huscht ihm übers Gesicht. Schnell zieht er seine Schuhe an und macht sich auf den Weg. Er hat ja schließlich noch was vor.

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Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 20.04.2009 um 20:39:48 Uhr

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