Eintrachtler gewinnt Halbmarathon trotz Verletzung / Auch Krauße, Rösener und Kemmener triumphieren bei Volkslauf
Minden (mt). Michael Schirrmacher ballte die Fäuste und schloss beim Überqueren der Ziellinie gar die Augen. Dass die Geste nach dem souveränen Sieg im Halbmarathon im Rahmen des 37. Volkslaufes von Eintracht Minden allerdings ein Zeugnis von Erleichterung und nicht etwa von Genuss war, erfuhr man erst später, als es aus Eintracht Mindens Vorzeige-Langstreckler herausbrodelte.
"Ich bin einfach nur glücklich, ins Ziel gekommen zu sein. Die Zeit ist es nicht wert, kommentiert zu werden. Allerdings war ich in den vergangenen zwei Wochen von einer Wadenverletzung geplagt und habe mich daher auch nicht sonderlich vorbereitet", war der ebenso belustigende wie nachvollziehbare Kommentar Schirrmachers, der nach 1:18:12 Stunde triumphierte - einer für ihn "unterirdischen Zeit". Schöner Nebeneffekt: Als Gewinner des Halbmarathons gewann er ein Cabrio-Wochenende und wird seiner vielleicht immer noch zwickenden Wade eine wohltuende Abwechslung besonderer Güte gönnen dürfen.
Völlig ausgepumpt war auch Rainer Martin aus Espelkamp, der erst vor zwei Wochen einen Iron Man im Triathlon erfolgreich absolviert hatte. Umso erfreuter war er, dass sein Sohn Brian, der erstmals 5 Kilometer gelaufen war, sowie Ehefrau Sandra mit Sohn Robin auf dem Arm, ihn im Ziel begrüßten.
Überhaupt gaben die Eintrachtler auf den Distanzen der Mühlenkreis-Serie auf heimischem Terrain bei teilweise sintflutartigem Regen den Ton an. Zuerst dominierte Gerd Krauße nach einem spannenden Endspurt im 10-Kilometer-Rennen gegen Achim Hagemeyer und verwies in 35:07 Minuten den Espelkämper nur um zwei Sekunden auf den zweiten Platz. Danach setzte Silke Rösener mit Platz eins im Halbmarathon in 1:27:07 Stunden der Leistung der Mindener die Krone auf.
Lediglich Anke Kemmener gelang es an diesem Nachmittag, in die Phalanx der Gastgeber einzubrechen. Im 10-Kilometer-Wettbewerb war gegen die Aktive vom ATSV Espelkamp kein Kraut gewachsen. Genau drei Minuten lag sie im Ziel vor der Eintrachtlerin Sarah Hesse.
Im Fünf-Kilometer-Rennen, das zusammen mit dem erstmals ausgetragenen AOK-Firmenlauf gestartet wurde, behielt Jörg Schwarb nach 17:41 Minuten die Oberhand, während im Frauen-Wettbewerb auf dieser Distanz die Weike-Zwillinge Nele und Lea vor ihrer Teamkollegin Anna Klöpper für einen Eintracht-Dreifachsieg sorgten.
Eintracht-Chef und parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesfinanzmister Steffen Kampeter hatte zuvor mit dem Startschuss für den Halbmarathon das Signal für einen unterhaltsamen Sportnachmittag gegeben. "Ich bin viel zu viel unterwegs, um aktiv Sport zu treiben. Daher bin ich eher als Vereins-Vorsitzender geeignet", hatte Kampeter scherzhaft auf die Frage geantwortet, warum er denn nicht etwa gutem Beispiel vorangegangen sei und seine Fitness beim Lauf getestet habe. Sprachs, und mischte sich lieber wieder unter die Besucherschar.
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