Hampel erbost: Wettbewerbsverzerrung / Stefan Wrede und "Zarten Toni" nehmen Abschied
Ärger I: Nicht nur in der Kommentar-Funktion auf MT-online sorgte der freiwillige Verzicht der zweiten Frauen-Mannschaft des TuS Nettelstedt für Ärger. Auch EURo Trainer Hauke Hampel ließ den Emotionen freien Lauf und machte seine Position deutlich. "Das ist Wettbewerbsverzerrung. So brauche ich auch gar keinen Sport treiben. Alle müssen im Tabellenkeller um Punkte kämpfen und Nettelstedt schenkt Senne den Sieg, das ist für mich unfassbar. Die Geldstrafe dafür kann nicht hoch genug sein. Eigentlich muss man beiden Mannschaften für die neue Saison vier Punkte abziehen." (jru)
Ärger II: Auch Möllbergens Trainer Hagen Hessenkämper ist erbost über die Konkurrenz. Für die Drittletzten der 3. Liga gibt es nämlich durch den Aufstiegsverzicht eines Oberligisten eine Relegationsrunde. Wenn Möllbergen tatsächlich noch den Sprung auf den viertletzten Tabellenplatz schaffen sollte, bliebe die Mannschaft trotzdem bis zum 9. Juni im Unklaren, ob die Oberliga gehalten wird. "So was geht gar nicht. Dieser Aufstiegsverzicht hat nichts mit sportlicher Fairness zu tun", sagte er. Möllbergen oder Gütersloh bleiben nur dann in der Klasse, wenn der VfL Eintracht Hagen absteigt. (jru)
Eigene Schuld: Dass Möllbergen sich in dieser Situation befindet, daran hat die Mannschaft aber einzig und allein selbst die Schuld. In den entscheidenden Phasen versagen den TuS 09-Akteuren zu häufig die Nerven. 16 Spiele der Möllberger endeten mit zwei oder einem Tor Unterschied. Davon verloren die Schwarz-Gelben neun Begegnungen, spielten drei Mal unentschieden und holten vier Siege. "Immer diese ein, zwei dummen Fehler am Ende. Das kann nicht wahr sein", ärgerte sich Patrick Richter auch nach dem Remis gegen Hahlen. (jru)
"Ja": Gefühle gehören zum Sport, so auch in Hamm. Etwas ganz Besonderes hatte sich nämlich ein Fan des ASV Hamm-Westfalen am vergangenen Freitag überlegt. Vor dem Spiel gegen GWD Minden machte er seiner Freundin auf dem Spielfeld über das Hallenmikrofon einen Heiratsantrag. Mit Tränen in den Augen sagte die künftige Braut "Ja". Eine andere Antwort hätte auch eine ziemlich peinliche Situation vor den restlichen 2103 Zuschauern nach sich gezogen. (jru)
Kleinere Bälle: Nach 17 Jahren bei der HSG Stemmer/Friedewalde wurde Kreisläufer Stefan Wrede am Samstagabend vor dem wichtigen Heimsieg gegen den TV Verl verabschiedet. Seit Gründung der HSG ist der Friedewalder für die HSG auf Torejagd. Mit dem Klassenerhalt in der Verbandsliga will sich der nie um einen flotten Spruch verlegene Kreisläufer verabschieden. Nach seiner Handballkarriere steigt er auf kleinere Bälle um: Er möchte sich mehr dem Golfsport widmen. Vor dem Spiel gegen den TV Verl durfte er bereits den ersten Schlag auf einem kleinen Feld in der Sporthalle Stemmer üben. (kri)
Verloren in Burgdorf: Nach dem letzten Saisonspiel beim TSV Burgdorf erlebten die Drittliga-Frauen der HSG Stemmer/Friedewalde eine Rückfahrt mit Hindernissen. Das Wochenende war bereits verplant, einige Spielerinnen wollten sich mit Coach Rainer Niemeyer beim Final-Four in Hamburg treffen. Doch zunächst steckte am Freitagabend ein Wagen in Burgdorf fest. "Erst mal müssen wir hier irgendwie wegkommen", meldete Niemeyer telefonisch von Irrwegen auf der Rückfahrt. Währenddessen tönte im Hintergrund die Stimme des Navigationsgeräts: "Wenn möglich und erlaubt: Bitte wenden." (rich)
Historisch: Die Verhältnisse im ostfriesischen Männerhandball waren lange Jahre klar geordnet, der Wilhelmshavener HV war als Nummer eins gesetzt. Doch diese Zeiten sind ebenso wie die Bundesligazugehörigkeit des WHV lange vorbei. Der Klub spielt wie GWD Minden II und Lit Nordhemmern/Mindenerwald in der 3. Liga. Und ebendort gelang nun dem OHV Aurich mit 27:24 gegen den WHV ein historischer Sieg. Aurichs Trainer Dusko Bilanovic war nach dem Heimsieg begeistert: "Wir haben Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal gewinnt Aurich in einem Pflichtspiel gegen den WHV. Ich bin heute sehr stolz." (mt)
Abschied: Nach dem letzten Saisonheimspiel des Landesligisten TV Hille floss das Freibier und auch die eine oder andere Träne. Die Hiller Mannschaft verabschiedete sich von ihrem Torhüter Andre Niermeyer. "Du hast 15 Jahre das Tor gehütet. Egal ob du viel oder wenig gespielt hast. Auf dich war immer Verlass", erklärte Hilles Trainer Ingo Lange die Verabschiedung zur Chefsache. "Solch ein Spieler hat es verdient, gewürdigt zu werden", so Lange. In Anerkennung um die Verdienste von Andre Niermeyer, genannt "Zarten Toni", hatten sich die Hiller extra neue Spieltrikots mit dem Konterfei ihres scheidenden Torhüters drucken lassen.(kn)
Verzicht: Der Tabellenzweite der 3. Frauen-Bundesliga Staffel Ost, SV Kirchhof, steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Mit einem ungefährdeten 36:22-Heimerfolg gegen Eintracht Hildesheim verteidigte das Team den zweiten Platz. Der reichte aus, weil Meister Blomberg-Lippe II auf den Aufstieg verzichtete. Eine ursprünglich geplante Relegationsrunde der Tabellenzweiten der 3. Ligen entfällt. Der Grund: Neben Köln (Vize der Staffel West) und Oldenburg II (Vize der Staffel Nord) hat nun auch der Süd-Zweite SV Allensbach auf seine Teilnahme an der Relegation verzichtet. (kn)
Stefan Wrede | Foto: Meier
scheint ja doch so zu sein, wie man sieht...
hauke hat mMn zumindest recht, wenn er sich aufregt (siehe meine kommentare unter dem spielbericht), ob er die "berechtigung" hat, steine zu schmeißen, kann ich nicht beurteilen...