Gebürtiger Weißrusse unterschreibt Trainervertrag beim TuS N-Lübbecke bis 2014 / Kölling: Er wird Rückhalt haben
Es folgten 50 Schritte bis zur Geschäftsstelle des TuS N-Lübbecke, wo er ab Sommer mit Sicherheit einige Stunden verbringen wird.
"Ich freue mich riesig, bei meinem ehemaligen Verein die Chance zu erhalten, als Bundesligatrainer zu arbeiten. Dieses Vertrauen möchte ich sehr gerne zurückgeben", meinte Chalepo, der einen Vertrag bis 2014 erhielt.
Seit 2002 im Besitz eines deutschen Passes
Als der künftige Trainer des TuS N-Lübbecke zum ersten Mal von SKA Minsk nach Lübbecke kam, hieß er noch Ghenadij Khalepo und hatte einen weißrussischen Pass. Seit dem 9. Oktober 2002 ist er im Besitz eines deutschen Passes, seitdem heißt er Gennadij Vladimirovic Chalepo.
"Damals war alles überwältigend und neu für mich", erinnert sich Chalepo ("Da war ich noch jung, hübsch und hatte ein paar Haare") an seine "fünf sehr erfolgreichen Jahre mit dem TuS Nettelstedt".
Seitdem sind 19 Jahre vergangen, inzwischen ist aus dem seinerzeit manchmal unsicher wirkenden Weißrussen ein selbstbewusster Familienvater mit zwei großen Kindern geworden, der mit beiden Beinen im Leben steht.
Chalepo wird eine Wohnung in Lübbecke oder der näheren Umgebung beziehen, seine Familie wird in Mittelhessen bleiben.
"Wir haben ja lange nach einem Nachfolger Markus Baurs gesucht. Wir haben sehr viele Gespräche mit verschiedenen Kandidaten geführt. Zwar war Chalepo nicht bei der ersten Auswahl, doch das lag daran, dass er noch bei Wetzlar unter Vertrag stand. Letztlich haben wir Glück gehabt, dass sich die HSG Wetzlar von Gennadij Chalepo getrennt hat. Wir haben dann sehr schnell Kontakt zu ihm aufgenommen", erzählte Uwe Kölling, der die Entscheidung zu Gunsten Chalepos "als gute Wahl für beide Seiten" ansieht.
" Er ist kein Unbekannter in Lübbecke und hat noch gute Kontakte. Er wird mehr Rückhalt haben als ein gänzlich Fremder", ergänzte Kölling.
"Ich finde es gut, mit Gennadij Chalepo einen ehemaligen Spieler als Trainer verpflichtet zu haben. Diese Leute haben ganz andere Erfahrungswerte", meinte Armin Gauselmann.
Von Top-Trainern die guten Dinge gelernt
Chalepo selbst legt als Trainer großen Wert auf die körperliche Fitness seiner Spieler. Zudem bereitet er sich und seine Mannschaft immer sehr gewissenhaft auf den jeweiligen Gegner vor.
"Es ist nicht einfach, etwas über seine Arbeitsweise zu sagen. Doch ich habe viele Trainer gehabt und versucht, mir die guten Dinge von ihnen zu bewahren", so Chalepo, der seine künftigen Spieler nicht "mit zu langen Videos nerven möchte".
Im Juli wird der 43-Jährige dann ganz offiziell seinen Job beim TuS N-Lübbecke antreten.
"Dieses Jahr ist ja wegen Olympia ein besonderes Jahr. Ich hoffe, dass die für Olympia qualifizierten Spieler des TuS N-Lübbecke ohne Verletzung Mitte August zurückkehren", meinte Chalepo in nahezu perfektem Deutsch.