HSG Stemmer/Friedewalde fehlt bei 23:29-Niederlage die "zweite Luft" / Schiedsrichterinnen kommen zu spät
In der Sporthalle Stemmer mussten sich Teams und Zuschauer zunächst gedulden. Die beiden Schiedsrichterinnen Janina Albrecht und Kerstin Barth hingen auf der Anreise aus Dresden im Stau auf der Autobahn A2 bei Hannover fest und kamen erst zur vorgesehenen Anwurfzeit um 17.30 an. Mit einer halben Stunde Verspätung ging es los.
Die Verzögerung hatte Stemmer/Friedewalde offenbar nicht gut getan, denn das Team geriet gegen die knallgelb gekleideten Gäste sofort in Rückstand. 2:7 und 5:9 lag die HSG zurück.
Dann machte die HSG Dampf und legte bis zur Pause eine schwungvolle Aufholjagd hin. Beim 11:11 war alles offen, doch nur dieses eine Mal kam das Team von Trainer Rainer Niemeyer auf die übliche Betriebstemperatur. "Da haben wir wohl gedacht: Jetzt sind wir soweit", kommentierte Niemeyer die Gedanken zur Halbzeit. Doch der Umschwung gelang nicht. Technische Fehler und fehlwürfe machten den Gastgeberinnen ebenso zu schaffen, wie die bewegliche und offensive Gäste-Deckung. Wenn Susann Grüning und Co ins Spiel kamen, gelangen zwar gute Kombinationen, doch nur selten lief der Ball gegen die gelbe Stör-Abwehr flüssig. "Das war spielerisch zuwenig. Immer wieder Zweikämpfe, kein Fluss", mäkelte Niemeyer. Selbst aus einigen Überzahlsituationen konnte sein Team kein Kapital schlagen. "Das war kläglich", merkte Niemeyer an.
Das 16:16 durch Lena Heidermann war der letzte Gleichstand, danach geriet Stemmer über 16:19 und 18:21 in Rückstand. Niemeyer tauschte die junge Torhüterin Florence Niemann gegen Routinier Bärbel Wendt. Auf Nancy Oldenburg musste die HSG verzichten. Sie setzte wegen Verdachts einer Herzmuskelentzündung aus.
Doch Wendts starken Paraden konnte die Angriffsreihe nicht nutzen. Stattdessen ließ die Konzentration nach, die Fehler und Fehlwürfe würden immer eklatanter und Leipzig stürmte zum 25:18 davon.
Die Chancen auf die Vize-Meisterschaft sind für die HSG im dicht gedrängten Verfolgerfeld der Liga nun gesunken. "Schade, aber die Welt geht mit dieser Niederlage nicht unter", sagte Coach Niemeyer. Er vermisste ein zweites Aufbäumen seiner Spielerinnen nach der Pause und stellte fest: "Uns fehlte die Power, um nochmal zurückzukommen. Es fehlte heute die zweite oder dritte Luft. Der Sieg von Leipzig war völlig verdient."