"Die Messe war ziemlich schnell gelesen", meinte Teammanager Zlatko Feric nach der von Beginn an äußerst einseitigen Partie. "Wir hatten keine Chance", ergänzte Trainer Markus Baur.
Viel schlimmer als die Niederlage war die Tatsache, dass sich mit Kreisläufer Frank Loke ein weiterer Spieler verletzte. Der Norweger fiel Mitte der ersten Hälfte bei einem Wurf unglücklich auf seine Hand, stauchte sich einen Finger und verbrachte den Rest des Spiels auf der Bank. Wie schwerwiegend die Verletzung tatsächlich ist, wird am Montag bei einer Untersuchung geklärt.
Angesichts des frühen Loke-Ausfalls war der ohnehin schon dezimierte Kader noch mehr geschwächt, sodass Mattias Gustafsson auch vorne viele Spielanteile erhielt. Zwar markierte Drago Vukovic den ersten Treffer der Begegnung, danach übernahmen allerdings die Hausherren das Kommando. "Man hat den Löwen deutlich angemerkt, dass sie sich für die Hinspielniederlage unbedingt revanchieren wollten. Und die Revanche ist ihnen gelungen", meinte Zlatko Feric.
Das taten die Löwen mit einem engagierten Auftritt vor einem in der ersten Halbzeit überragenden Torhüter Goran Strojanovic - er wehrte im ersten Abschnitt elf Würfe ab und sorgte dafür, dass die Rhein-Neckar Löwen über die erste und zweite Welle zum Erfolg kamen. Die Lübbecker Rückraumreihe schloss zu unentschlossen und schnell ab.
Markus Baur sah sich genötigt, bereits nach 14 Minuten beim Stande von 8:3 für die Gastgeber eine Auszeit zu nehmen, konnte allerdings den Lauf der Löwen damit nicht unterbrechen. Bis zur Pause hatten die Hausherren auf 16:8 erhöht.
Nach dem Seitenwechsel sah es zeitweise nach einem Debakel für den TuS N-Lübbecke aus. "Dass wir in der Schlussphase den Gegner auf sechs rankommen lassen, anstatt ihn mit zwölf aus der Halle zu schießen, ist ein bisschen blöd", meinte Löwen-Linkshänder Michael Müller. Bis zur 55. Minute hatte sein Team eine 30:19-Führung herausgespielt, danach ließen die Löwen die Zügel schleifen. Und nur deshalb konnte der TuS N-Lübbecke noch Ergebniskosmetik betreiben. "Mit dem 24:30 sind wir wirklich noch sehr gut bedient", meinte ein enttäuschter Zlatko Feric. Markus Baur nahm die klare Niederlage mit ein bisschen Galgenhumor. "Wir haben die zweite Halbzeit gewonnen", meinte er lakonisch.