"Wie groß ist dein Fernseher" und auch durchaus sportlicher orientierte Fragen der Kinder beantwortete André Fuhr am Tag nach seinem 41. Geburtstag geduldig. "Das mache ich ganz gern und den Kindern tut das gut", begründete der Trainer des Frauenhandball-Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe sein Engagement. Er war im Übrigen nicht allein nach Minden gekommen, sondern hatte in Franziska Müller (Junioren-Nationalspielerin) und der Schweizer Nationalspielerin Noelle Frey zwei seiner Bundesliga-Spielerinnen aus dem Bett gejagt und mit nach Minden gebracht. Mehr noch als Fuhr waren die beiden gefragt bei der stürmischen Jagd nach Autogrammen.
Abwechslungsreich und ohne Liegestütze
Noch besser als dem Blomberger Trainer und sportlichen Leiter gefiel die Trainingseinheit allerdings den Kindern und Jugendlichen. "Das war das beste am ganzen Camp", "total abwechslungsreich" und "wir mussten mal nicht so viele Liegestütze machen" kommentierten Emilia, Finn und Marten. Keine Frage also: das Prominenten-Training mit André Fuhr war Höhepunkt der Handball-Woche von Kurt-Tucholsky-Gesamtschule und TSV Hahlen. Wobei der Begriff Promi-Training wohl eher als Profi-Training übersetzt werden sollte. "Ich bin hier nicht wirklich prominent, das ist in Blomberg sicher anders", meinte der gebürtige Rothenuffelner Fuhr, der als Pädagoge, A-Lizenztrainer und Mehrfach-Coach in Blomberg (A-Mädchen/Erstliga-Frauen) beste Voraussetzungen für ein unterhaltsames Kindertraining mitbrachte.
Vier Tage, von Dienstag bis gestern, hatten Heiner Dietz von der KTG und Otto Weng vom TSV Hahlen mit Unterstützung zahlreicher Trainer, Betreuer und Helfer sowie der Familie-Osthushenrich-Stiftung ein Programm rund um den Handball auf die Beine gestellt - Verpflegung in der Mensa der KTG inklusive. Vier Tage, die den Kindern im besten Wortsinn schmeckten: "Das war richtig gut, auch das Essen", lobte Besselschüler Finn Lukas.
Stadt Minden wird zum weißen Fleck auf der Karte
Meist in vier Gruppen hatten Dietz und seine Trainer die wilde Horde in den roten Trikots jeweils vor- und nachmittags auf Trab gehalten. Die Mischung aus Fortgeschrittenen und Anfängern passte - ganz im Sinne der Organisatoren. "Das Stadtgebiet Minden wird immer mehr zum weißen Fleck auf der Handballkarte. Wir müssen nah ran an die Jugendlichen, müssen sie begeistern, und zwar nicht nur an die, die schon Handball spielen", hatte Otto Weng, Geschäftsführer des TSV Hahlen, sich zum Ziel gesetzt und sich gewünscht: "Leute, kommt zum Sport, spielt Handball."
Am Ende durften er und Dietz zufrieden sein. "Es hat richtig gut geklappt", zog Dietz bereits am Donnerstag ein positives Zwischenfazit, eine Wiederholung sei möglich "wenn wir die notwendigen Mittel wieder beschaffen."
Interessierter Gast beim Camp war auch Heiko Wesemann, der als Lehrwart beim Handballkreis Minden-Lübbecke Anregungen sammelte und seinen Lehrstabstrainern Fuhr und Ingrid Brand einen Besuch abstattete. "Es geht letztlich darum, neue Wege zu finden, um Kinder für den Handball zu begeistern und zu gewinnen. Ein solches Camp ist eine gute Möglichkeit", sagte Wesemann, der sich ähnliche Veranstaltungen vom Kreisverband durchaus vorstellen kann: "Mit einem Kooperationspartner zusammen ist das eine Option."
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