Sommerhandball mitten im Winter: TSV gewinnt 44:35 / Holzhausen kann drei Stammspielerinnen nicht ersetzen
ASC Dortmund - VfB Holzhausen 33:25 (14:10): Holzhausen musste in dieser Partie gleich drei Leistungsträgerinnen ersetzen, was letztlich nicht gelang. Neben der verletzten Spielmacherin Eva Meyer fehlten auch noch Madeleine Benecke und Verena Franke. Im Spiel selbst gab es zwei entscheidende Phasen. Gleich in den Startminuten verschenkte der VfB zu viele Bälle und geriet mit 1:6 (10.) ins Hintertreffen. Noch schlimmer kam es dann zwischen der 30. und 38. Minute. Der VfB kassierte nach dem 10:14 acht Treffer zum entscheidenden 12:22. Trainer Axel Kliver stellte seine Deckung dann vom 6:0-System auf 4:2 um, was immerhin zur Resultatsverbesserung zum 23:28 (53.) führte.
VfB Holzhausen: Jilg (1.-15. und 41.-60.), Kussmann (16.-40.); J. Meyer (1), C. Meyer (5), Wiese (8/5), Stübber (1), Riechmann (7), Tiemann (1), Pferner (1), Westendorf (1).
TSV Hahlen - TV Schwitten 44:35 (21:18): 79 Tore in einem Frauen-Oberligaspiel gibt es nicht oft. Doch statt sich zu freuen, schlug Hahlens Trainerin Andrea Leiding immer wieder die Hände vor dem Gesicht zusammen. Fassungslos beobachtete sie das bunte Treiben auf dem Platz. "Abwehr fand heute nicht statt. So etwas habe ich noch nie erlebt. Das war Sommerhandball mitten im Winter", war die TSV-Trainerin trotz des 44:35-Kantersiegs nicht zufrieden.
Die Abstimmung zwischen Abwehr und Torhüterin passte überhaupt nicht. Der starke Schwittener Rückraum fand ständig Lücken in der Hahler Abwehr. Glück für den TSV, dass auch die Gäste scheinbar keine Lust auf Abwehrarbeit hatten. Es sah kinderleicht aus, wie die Hahler Angreiferinnen sich immer wieder freispielten. "Tore, Tore, Tore. Der Angriff war sicher sehr gut. Aber die Mischung passte heute nicht", ärgerte sich Leiding über die fehlende Einstellung in der Defensive.
In vier Minuten zur 37:30-Vorentscheidung
Bis zum 30:28 (43.) war die Partie spannend. Danach zog der Gastgeber das Tempo noch einmal an und sprintete Schwitten mit feinem Konterhandball innerhalb von vier Minuten auf 37:30 davon. Charlotte Pohlmann erzielte bereits nach 54 Minuten mit einem Rückraum-Kracher den 40. TSV-Treffer.
Doch trotz des Tor-Festivals wollte im Hahler Feld keine Party-Stimmung aufkommen. Zu viele haarsträubende Fehler leisteten sich beide Teams. Das Publikum war erstaunt, aber nicht begeistert.
"Das sagt eigentlich alles über die Partie aus. Wir konnten die Zuschauer nicht mitreißen. Aber es kann nicht immer alles zu 100 Prozent klappen. Ich freue mich einfach über die zwei Punkte und an der Defensive müssen wir definitiv arbeiten", sagt Leiding mit Blick auf die nächste Trainingswoche. In der Tabelle bleibt es spannend: Hahlen ist weiter punktgleich mit Spitzenreiter Menden-Lendringsen.
TSV Hahlen: Wegner, Brormann (15. - 30.); Sayer (8), Raulwing (6), Büsching (5), Klöpper (5), Pohlmann (5), Kolbe (5/1), Weide (4), Gümmer (3), Lüters (3), Weber.