"Eigentlich habe ich nach dem ersten Spiel nicht mehr daran gedacht, dass wir die Qualifikation noch schaffen können", erzählt Julia Sayer. Aber es sollte alles anders kommen, als sie dachte. Das erste von zwei Spielen verloren die Amerikanerinnen 18:23 vor heimischem Publikum im Olympia-Ort von 1980, Lake Placid.
Im Handball-Entwicklungsland USA waren nur 50 Zuschauer zum Spiel gekommen. Allerdings verfolgten rund 15 000 Interessierte das Spiel live per Internet-Stream. "So viele Leute haben auch noch gesehen, wie ich in dem Spiel versagt habe", sagt Sayer und grinst im Nachhinein.
In den zwei Tagen zwischen den beiden Partien sei sie mental vollkommen am Boden gewesen berichtet die Studentin davon, dass auf den europäischen Spielerinnen sehr viel Druck lag. "Das war schon extrem. Aber unsere Trainer haben auch nach dem ersten Spiel noch voll an uns geglaubt und immer vom "Miracle on Ice" im Eishockey erzählt. Sie meinten, dann machen wir halt unser Miracle von Montreal", erzählt Sayer. Genau so sollte es auch kommen. Beim Auswärtsspiel in Kanada konzentrierten sich die US-Girls nur auf ihre Stärken und funktionierten als Team zusammen. 26:21 gewann die Mannschaft um Sayer und schaffte die Qualifikation letztlich nur dank der mehr geworfenen Auswärtstore. "Es war unglaublich. Das beste Weihnachtsgeschenk, was ich bekommen konnte", freut sich die 23-Jährige über den nicht mehr erwarteten Sieg nach den Tagen zwischen Himmel und Hölle. Vom 13. – 30. Oktober 2011 finden die Panamerika-Spiele in Guadalajara statt. "Da will ich natürlich unbedingt dabei sein", hofft Sayer auf ihren nächsten internationalen Höhepunkt.
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