Weniger Handballer als im Kreis Minden-Lübbecke / Ehrenamtlicher Trainer / Heute 19.30 Uhr gegen den TSV Hahlen
Auch wenn der Sport in Übersee noch in den Kinderschuhen steckt: Es sieht wie Handball aus, was die Spielerinnen im Training machen.
US-Coach Greg Morava versucht seine Spielerinnen mit vielen Einzelgesprächen weiterzubringen.
Die Spielerinnen laufen, werfen und spielen eben Handball. Wenn der Trainer pfeift, hören alle auf sein Kommando und fast alles wird im Laufschritt gemacht. Es herrscht Ordnung im Training des "Women´s USA Team Handball", der Truppe aus dem Spielerinnen für die Nationalmannschaft herausgesucht werden.
Es ist kein Vergleich zu einer deutschen Handball-Nationalmannschaft. Bei den US-Amerikanerinnen läuft das Ganze auf einem niedrigeren Level ab. "Aber wir wollen den Sport ja auch erst richtig aufbauen", betont Trainer Greg Morava seinen Ansporn, Handball im Land der unbegrenzten Möglichkeiten populärer zu machen.
Nackte Zahlen unterstreichen seine Vorhaben. Bei knapp 82 Millionen Einwohnern hatte der Deutsche Handball-Bund 2009 fast 850 000 Mitglieder. In den mit rund 308 Millionen Einwohnern mehr als drei mal so großen USA gibt es keine Statistik über aktive Handballer und Trainer Greg Morava traut sich kaum eine Zahl zu nennen. "Ich hoffe, dass es vielleicht 2000 Handballer bei uns gibt", sagt der Amerikaner. Im Kreis Minden-Lübbecke gibt es allein schon rund 4000 Handballspieler.
Doch Trainer Morava, der 1984 in Los Angeles an den Olympischen Spielen teilgenommen hat, will aus seiner jungen Mannschaft etwas machen. "Wir haben Spielerinnen dabei, die erst seit ein paar Monaten Handball spielen. Dafür machen sie sich richtig gut", meint der Coach und er hat Recht. Sie können wirklich Handball spielen. Fangen und Passen beherrschen die Spielerinnen durch andere, populärere, Sportarten, die sie auch betreiben, perfekt. Nur bei der Spielübersicht hapert es etwas. "Deswegen sind unsere Spielerinnen aus Europa auch so wichtig. Sie können das Spiel vermitteln und bringen uns weiter", meint Morava.
Talentierte Spielerinnen nach Europa bringen
Für ihn ist der Trainer-Job, den er lediglich in seiner Freizeit ausübt und keine finanzielle Unterstützung erhält, ein Dienst für den Handball. "Ich mache das, damit ich meine Erfahrung weitergeben kann und die Spielerinnen den Sport kennenlernen. Handball ist eigentlich ein typisch amerikanischer Sport. Es gibt immer Körperkontakt, es ist schnell, es fallen viele Tore und es ist eine Sportart zum Mitdenken. All das, was Amerikaner lieben." Insbesondere deshalb soll Handball in verschiedenen US-Städten etabliert und durch Begeisterung bei den Jugendlichen ein richtiger Seniorenbereich aufgebaut werden. Denn eine Liga gibt es nicht. In der Zukunft sollen sich die jungen Spielerinnen weiterentwickeln und die Besten durch Austauschprogramme nach Europa kommen, um das große Ziel der USA zu verwirklichen: Olympia 2016.
Spielpraxis bekommt das US-Team bereits heute. Um 19.30 Uhr treffen sie im Hahler Feld auf den TSV Hahlen.
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