Minden (mt). GWD Minden ist nach seinem gelungenen Wiederaufstieg in den Kreis der besten Handballvereine Deutschlands zurückgekehrt. Unter dem Namen TSV Grün-Weiß Dankersen war der Klub von der Weser eines der Gründungsmitglieder der einteiligen Handball-Bundesliga im Jahr 1977.
Die 70er Jahre: Das war die "fetten", die erfolgreichsten Jahre der Dankerser. 1971 und 1977 gewannen die Dankerser zwei Deutsche Meisterschaften in der Halle. 1975, 1976 und 1979 (mit Trainer Horst Bredemeier) holte GWD dreimal den DHB-Pokal. Namen wie Herbert Lübking, Fritz Spannuth sowie später Dieter Waltke und Rainer Niemeyer prägten dieses Jahrzehnt.
Die 80er Jahre: Die Zeiten hatten sich geändert. Der Handball eroberte die großen Städte, Klubs mit größerer Finanzkraft im Umfeld zogen an den Dankerser Dorfhandballern vorbei. Erstmals stieg GW Dankersen am Ende der Saison 1980/81 unter Coach Horst Bredemeier aus der 1. Bundesliga ab. Der "Betriebsunfall" wurde jedoch umgehend korrigiert. Zur Saison 1982/83 war Minden wieder erstklassig, blieb es aber nur vier Jahre lang bis 1986. Dann folgte der zweite Abstieg aus dem Oberhaus. Hier verloren die Ostwestfalen erstmals den Anschluss.
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GWD feiert den Aufstieg in die erste Bundesliga
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Die 90er Jahre: Von 1986 bis 1995 dümpelte GWD Minden in der Zweiten Liga Nord. Unter Trainer Dietmar Molthahn und mit dem Schweden Robert Hedin wurde Minden im Mai 1995 Meister der 2. Liga Nord, kehrte zum zweiten Mal zurück ins Bundesliga-Oberhaus.
1997 Beinahe-Crash: Die Mindener Klubverantwortlichen riskierten nach dem Wiederaufstieg viel – zu viel! Sie verpflichteten mit Stéphane Stoecklin einen Welthandballer (1977) und Weltmeister. Sportlich ging das Konzept nicht auf, wirtschaftlich stand der Klub 1997 vor dem Beinahe-Crash. Über 3,3 Millionen D-Mark Schulden liefen auf und führten dazu, dass Bürgschaften sowie ein Entschuldungsprogramm mit neuem Führungsstab durchgedrückt wurden. Horst Bredemeier wurde als neuer Manager bestellt.
Millennium: Zur Jahrtausendwende gelangen GWD Minden mit dem siebten Platz (Saison 1999/2000) und zwei Final-Four-Teilnahmen (2000 und 2001) drei Achtungserfolge. Verknüpft waren die Erfolge mit Star-Spielern wie Talant Duschebajew, Aleksandr Tutschkin, Frank von Behren und Aaron Ziercke.
Intermezzo mit Hannover: Nach Problemen mit dem Etat für die Saison 2004/2005 einigte man sich mit den Betreibern der Tui-Arena in Hannover (damals noch Preussag-Arena), dass GWD Minden-Hannover die Hälfte seiner Bundesligaspiele von Minden nach Hannover verlegt. Im Gegenzug finanzierte die Tui-Arena einen Teil des Etats. Im September 2005 kam es jedoch zum Bruch mit Arena-Erbauer Günter Papenburg. Das Projekt wurde begraben. GWD Minden kehrte zum alten Namen zurück.
15 Jahre am Stück: Die Ära von 1995 bis 2010 bescherte GWD Minden eine 15-jährige Erstliga-Konstanz. Der Klub pendelte zwischen Platz sieben (2000) und Rang 16, stieg aber in dieser Phase nicht ab. Spektakulärer Höhepunkt dieser Ära war das "Wunder von Flensburg". GWD-Keeper Malik Besirevic rettete am 17. Mai 2008 einen nicht für möglich gehaltenen 29:28-Auswärtserfolg beim Vizemeister Flensburg-Handewitt. Minden blieb mit 18 Pluspunkten Erstligist, TuS N-Lübbecke stieg mit 17 Zählern ab.
Abstieg Nummer drei: Das Jahr 2010 wurde dann zum Schicksalsjahr der Grün-Weißen. Ein eng besetzter Kader und ein nicht enden wollendes Verletzungspech führten dazu, dass sich der Klub im Februar 2010 von seinem Trainer Richard Ratka trennte. Der neue Coach Ulf Schefvert konnte den Abstieg der Ostwestfalen nicht mehr aufhalten.
Comeback im zweiten Anlauf: Im ersten Anlauf scheiterte der Rückmarsch in die 1. Liga. GWD verpasste Platz eins und den damit verbundenen Direktaufstieg. Ausgerechnet in eigener Halle wurden vom Schefvert-Team die Big Points gegen den Meister Hildesheim vergeben. Prompt versemmelte man auch die Aufstiegsrelegation, zahlte beim 19:30 gegen den späteren Aufsteiger TV Hüttenberg viel Lehrgeld. Doch zwölf Monate später ist GWD am Ziel. Mit den Torjägern Dalibor Doder und Aljoscha Schmidt steht GWD Minden am 33. Spieltag als Bundesliga-Rückkehrer fest. Nach dem 35:27-Sieg über Rostock wird gefeiert.
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