Düsseldorf auch mit Restkader ein unangenehmer Gegner / Aufrechterhaltung des Spielbetriebs dank "Rettungsschirm"
Gerüchte, dass es mit den nordrhein-westfälischen Landeshauptstädtern so kommen könnte, hatte es in der Adventszeit bereits zuhauf gegeben. Die Nachricht, dass die HSG am 22. Dezember Insolvenz angemeldet hat, kam dann aber doch etwas abrupt. Wenig später wurden Leistungsträger wie Michael Hegemann verkauft. Geplant war eine Fusion mit dem DHC Rheinland zum "DDHC Rheinland", aber auch die Dormagener waren kurz darauf pleite.
Am Freitag, 9. März, gab es von Düsseldorfer Seite eine Pressemeldung, wonach Insolvenzverwalter und Beirat beschlossen haben, den Spielbetrieb vor dem Ende der laufenden Saison einzustellen. Das Spiel in Erlangen tags darauf sollte das letzte sein. Dass dieses überhaupt stattfand, war den Franken zu verdanken. Bei der HSG war offenbar nicht mal mehr Geld für die Busfahrt ins nördliche Bayern vorhanden, also übernahm der HC die Fahrt- und Verpflegungskosten für die Gäste.
Einige Vereine, so auch GWD, hatten ihr Düsseldorf-Spiel bereits aus dem Spielplan genommen. Vorschnell, denn der Eiertanz ging nun erst richtig los. Für das nächste Spiel gegen Emsdetten trieb die HSG Geld auf. Am Montag, 12. März, um 19 Uhr gab man bekannt, dass die Partie am Dienstag, 13. März, um 19.30 nun doch stattfinden werde. Allen Ernstes plante der Verein nun offenbar von Spiel zu Spiel. Am 15. März hieß es, dass der Spielbetrieb bis Ende des Monats gesichert sei. Die Heimspiele wurden aus Kostengründen nicht mehr im noblen Castello Düsseldorf, sondern in der Sporthalle der Heinrich-Heine-Gesamtschule ausgetragen. Ende März geisterte durch die Boulevard-Presse, dass ein Düsseldorfer Bordellbesitzer ein möglicher HSG-Retter sei. Daraus wurde nichts, dennoch sickerte in der vergangenen Woche durch, dass man den Spielbetrieb für die restliche Spielzeit gesichert habe. Am "HSG-Rettungsschirm" beteiligten sich einige Vereine, unter anderem GWD.
Heute um 19.30 Uhr geht es gegen Minden. Der in der unbereinigten Tabelle (ohne die acht abgezogenen DHC-Rheinland-Punkte) Letzte gegen den Ersten. Für GWD-Trainer Ulf Schefvert eine etwas undankbare Aufgabe: "Diese Spiele sind für Trainer die Schwersten. Man muss sein Team permanent darauf einstimmen, dass es den Gegner nicht unterschätzt. Außerdem hat Düsseldorf noch immer gute Leute, und sie können spielen, was sie wollen. Mal decken sie 6:0, dann 3:2:1, dann spielen sie mit zwei Kreisläufern." Akteure wie Torhüter Almantas Savonis, Ex-Nationalspieler Jan-Henrik Behrends, Junioren-Nationalspieler Alexander Feld oder Kreisläufer Henning Quade stehen tatsächlich für Qualität. Zuletzt lief die HSG aber zumeist mit zwei Torhütern und nur sieben Feldspielern auf.
Außer den Langzeitverletzten sind bei GWD alle Mann an Bord. Eine Fußverletzung macht Janis Helmdach zu schaffen, Knieprobleme plagen Torhüter Jens Vortmann. Dazu kam es folgendermaßen: Da in der Kampa-Halle aufgrund von Kleber-Resten am Boden das Handball-Training zu gefährlich war, spielten die Dankerser Fußball-Tennis. Dabei verdrehte Vortmann sich offenbar das Knie.