Handball: Zweitliga-Tabellenführer bezwingt Erlangen im Spitzenspiel vor toller Kulisse / Kurze Schwächephase
Bei acht noch ausstehenden Spielen und neun Punkten Abstand auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz, den der TV Neuhausen mit einem Spiel mehr belegt, haben die Grün-Weißen einen Vorsprung, der sich getrost als komfortabel bezeichnen lässt.
Gegen Erlangen gab es die erwartete Abwehrschlacht nur zu Beginn. In der 9. Minute stand es 2:2 und einiges deutete darauf hin, dass es eine ähnlich torarme Partie wird wie der Hinrunde (21:21). Dann aber nahm die Partie an Fahrt auf. 2250 Zuschauer, davon rund 100 aus Erlangen, sorgte für eine tolle, dem Spitzenspiel würdige Kulisse.
Steinert mit exzellenten ersten 30 Minuten
Im ersten Abschnitt war es neben dem wie üblich herausragenden Dalibor Doder vornehmlich der Halbrechte Christoph Steinert, der für Akzente sorgte. Was auch seinen Trainer Ulf Schefvert begeisterte: "Die ersten 30 Minuten des Spiels haben wir den besten Steini dieser Saison gesehen." Kurz vor dem Pausengong wurde Steinert von Erlangens Bastian Krämer derart rüde gestoppt, dass dieser vom jungen Schiedsrichtergespann Dinges/Kirsch die vertretbare Rote Karte sah.
An zwei Höhepunkten vor der Pause war Linksaußen Aljoscha Schmidt unmittelbar beteiligt: Beim Tor zum 8:6 sprang er von Linksaußen ab, warf jedoch nicht ins Tor, sondern bediente den am Kreis lauernden Doder, der den Kempa einnetzte. Das 16:11 erzielte Schmidt mit einem krachenden Unterarmwurf aus dem halbrechten Rückraum selbst.
Nach der Pause zog GWD locker und leicht auf 21:13 davon. Erlangens Trainer Frank Bergmann schilderte das Geschehen in dieser Phase folgendermaßen: "Was wir da gespielt haben, war einfach ein Käse." Da spielte es dem HC nicht einmal in die Karten, dass GWD-Kapitän Evars Klesniks wie im Hinspiel auch am Samstag die Rote Karte sah, dieses Mal wegen seiner dritten Zeitstrafe (33.).
Südmeier erzielt erlösendes 31:27
Angeführt von Doder, dem seine Magen-Darm-Erkrankung überhaupt nicht mehr anzumerken war, kontrollierten die Grün-Weißen Ball und Gegner. Beim 29:22 deutete nicht viel darauf hin, dass es noch einmal eng werden würde. Doch Schmidt scheitert mit drei Tempogegenstößen in Folge, zweimal an HC-Keeper Andreas Bayerschmidt, einmal am eingewechselten René Selke. Zudem war Rückraum-Youngster Markus Fuchs nach seiner Einwechslung nicht wie gegen Friesenheim am Mittwoch das belebende Element. Zwar führte er sich nach einem Fehlwurf mit einem Treffer und einem Zuspiel an den Kreis zu Oliver Tesch gut ein, nahm sich dann aber Würfe aus schlechten Positionen, die zu Kontertoren, zumeist durch Daniel Stumpf, führten. Erlangen kam von 30:23 (51.) auf 30:27 (54.) heran, und Schefvert nahm eine Auszeit. Danach war es GWD-Spielmacher Sören Südmeier, der vom Kreis das erlösende 31:27 warf.
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