Mindens erkrankter Torjäger spielte auf eigene Gefahr / Manager-Lob für die junge Garde / "Sie haben 14 Tore erzielt"
VON JÜRGEN KNICKER
Minden (mt). Das Mindener Handball-Publikum zog am Mittwochabend seinen Hut vor Dalibor Doder und gleichzeitig vor der Riege der GWD-Junioren-Spieler wie Markus Fuchs, Christoph Steinert, Nils Torbrügge und Sören Südmeier.
Doder stellte sich trotz einer schweren Magen- und Darminfektion in den Dienst der Mannschaft, war mit sechs Treffern einer der herausragenden Schützen. "Eigentlich hätte er gar nicht spielen dürfen. Am Dienstag ist er uns fast kollabiert. Wir haben ihn zu einem Einsatz überredet", bedankte sich GWD-Manager Horst Bredemeier nach der Partie bei dem Schweden.
Für das schwere Samstag-Spiel gegen Verfolger HC Erlangen steht nun erneut ein großes Fragezeichen hinter Mindens torgefährlichsten und trickreichsten Akteur. "Wir haben ihn komplett aus dem Training genommen. Angesichts der Dopingvorschriften können wir jedoch auch nicht die sonst in solchen Fällen üblichen Mittel anwenden", hat Bredemeier große Bedenken und fordert schon jetzt das Publikum um vermehrte Unterstützung auf. "Am Samstag brauchen wir die Unterstützung von mindestens 2000 Fans, denn das Spiel gegen Erlangen ist ungemein wichtig", so "Hotti".
Am Mittwoch gab es bei offiziellen 1450 Zuschauern fast einen Minusrekord auf den Rängen. "Verständlich, wenn man bedenkt, dass Ferienzeit ist und wir gleichzeitig die Konkurrenz von einem Top-Fußball-Ereignis und einem Lübbecker Heimspiel hatten", so Bredemeier.
Doch dieser harte Kern der Zuschauer brauchte sein Kommen am Ende nicht zu bereuen. Sie sahen einen Markus Fuchs, der nun schon das zweite Spiel für GWD Minden aus dem Feuer riss. "Schon in Bad Schwartau hat er das für uns getan. Er hat eine unglaubliche Entwicklung genommen", weist Manager Bredemeier darauf hin, dass der 20-Jährige zu Saisonbeginn noch vierte Wahl auf der Königsposition war. Durch die Verletzungsprobleme von Nenad Bilbija und Janis Helmdach ist Fuchs mittlerweile erste Wahl, wenn es darum geht, Druck über Halblinks zu machen. Immer häufiger setzt GWD-Coach Ulf Schefvert auf die klassische Variante mit einem echten Shooter im Rückraum (Doder Mitte, Fuchs Halblinks).
Eigentlich stand am Mittwoch eine eher durchschnittliche Zweitliga-Mannschaft auf dem Parkett der Mindener Kampa-Halle. Aber aufgrund von Verletzungen fehlten mit Nenad Bilbija und Carl Johann Andersson zwei wichtige Säulen. Mit Markus Fuchs, Christoph Steinert, Nils Torbrügge und Christoph Steinert sprangen dafür nominelle Ersatzspieler aus dem eigenen Unterbau in die Bresche. "Diese Jungs haben zusammen 14 Tore erzielt. Wir haben dieses Kampfspiel mit unseren Nachwuchskräften gewonnen. Das macht uns stolz", freut sich Bredemeier, dass sich Spieler wie Steinert und Südmeier aus einem Tief herausgearbeitet haben.
Auch Linksaußen Aljoscha Schmidt gelang dies, und zwar innerhalb von 60 Minuten. Nach einem vergebenen Siebenmeter und einer vergeben 100-prozentigen Chance wurde der Linksaußen beim Stand von 9:11 in der 24. Minute gegen Gerrit Bartsch ausgewechselt. "Schmitti" schmorte bis zum 22:23 in der 47. Minute auf der Bank. Dann kam der Torjäger sichtlich geladen wieder - und hatte mit seinen Treffern zum 23:23, 24:23 und vor allem mit dem 30:29 entscheidenden Anteil an der Wende zum Guten.
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