GWD Minden sucht bis zum 29:29 nach dem Schlüssel zum Erfolg / Ziercke: Dann haben wir ihn im Kampfgeist gefunden
"Diesen Erfolg mussten wir uns hart erkämpfen. In unserer Deckung hatten wir lange Zeit Probleme. Dadurch fehlten uns die leichten Kontertore", erklärte Mindens Youngster Markus Fuchs nach dem Abpfiff. Der junge Rückraumschütze kam erneut frühzeitig für Sören Südmeier. Mit Dalibor Doder bildete Fuchs das Rückraumgespann und hielt GWD Minden mit sieben Treffern in diesem Zitterspiel überhaupt im Rennen.
Bis zum 29:29 (56.) lieferten die gegenüber der Hinrunde deutlich verbesserten Friesenheimer den Mindenern einen völlig offenen Schlagabtausch. Erst dann brach bei den Hausherren der Bann.
Der lange auf der Bank schmorende Linksaußen Aljoscha Schmidt und der ebenfalls zu Spielbeginn glücklose Christoph Steinert waren in den letzten Minuten dann die Matchwinner für die taumelnden Mindener.
Dabei war es ausgerechnet eine umstrittene Zeitstrafe gegen Dalibor Doder, und zwar nach einer Angriffsaktion, die das GWD-Team aufweckte. Doder hatte nach einem Freiwurf für Minden eine abwertende Geste gegenüber den Schiris gezeigt - dann musste er unter den Pfiffen der 1450 Zuschauer (Minuskulisse) das Feld verlassen.
Doch nun war der Ehrgeiz der Gastgeber geweckt. Aljoscha Schmidt lochte nach einer wütenden Einzelaktion in Unterzahl zum 30:29 ein.
Danach erkämpfte sich die GWD-Deckung den Ball und Christoph Steinert stürmte allein nach vorne, ließ sich auch durch ein Foul nicht von seinem Treffer zu 31:29 abbringen. "Auf solchen Kampfgeist mussten wir viel zu lange warten", reckte Aaron Ziercke mit der kompletten GWD-Bank die Hände nach oben.
Und Christoph Steinert setzte noch eins drauf. In der Schlussminute gelang "Steini" mit seinem fünften Treffer das erlösende 32:29.
"Zum Glück haben wir uns am Schluss noch gefangen. Joschis Tore waren dabei ganz wichtig", freute sich Christoph Steinert über den Triumph. "Über weite Strecken haben wir zu viele Fehler produziert. Auch im Angriff gab es viel zu oft Einzelaktionen. Doch am Ende sind wir zumindest für unseren Kampf belohnt worden. Jetzt konzentrieren wir uns ganz auf Erlangen", atmete auch der Ex-Magdeburger durch.
Im Jubel ging dann etwas unter, dass Mindens Top-Torjäger Dalibor Doder reichlich erkrankt ins Spiel gegangen war. "Er hatte nach seinen Einsätzen im schwedischen Nationalteam keine Pause, hat sich aber trotzdem in den Dienst der Mannschaft gestellt", sprach Christoph Steinert seinem Angriffsführer seinen Respekt aus.