GWD-Torjäger erzielt 13 Treffer und wirft den Ausgleich beim 29:29 in Rostock / Defensive und Torhüter klar verbessert
Die Ostwestfalen holten nach mehrfachen Rückständen in der zweiten Hälfte am Ende einen ganz wichtigen Auswärtspunkt, der vor dem nächsten Spitzenspiel in Nordhorn enorm wichtig für die Psyche sein dürfte.
Harte Gegenwehr der Rostocker Abwehr muss hier Mindens jungen Linkshänder Christoph Steinert überwinden. | Fotos: Olaf Altermann
"Lob an alle unsere Spieler. Wir haben starke Nerven bewiesen und am Ende völlig verdient diesen wichtigen Punkt geholt", pustete Linksaußen Aljoscha Schmidt durch. Der Teamleader wurde anschließend lautstark von den wenigen mitgereisten Mindener Fans gefeiert. "Schmitti" krönte seine Topleistung, als er am Ende das wichtigste Tor der Partie erzielte. Neun Sekunden vor Schluss lochte der beste GWD-Torjäger des Vorjahres aus superspitzem Winkel von Linksaußen zum 29:29 ein. Der Ball sprang vom langen Pfosten ins SC-Tor.
Im Gegenzug nahm Rostocks Trainer Holger Schneider sofort eine Auszeit. Zum Glück für GWD, denn Georg Auerswald hatte als siebter Feldspieler völlig vergessen, dass Torhüter Anders Persson noch auf der Bank saß. So konnte GWD in Ruhe wechseln. Rostocks letzter Angriff brachte nichts mehr ein, denn die Mindener machten nun komplett dicht.
"Ein Punkt bei einer Top-Mannschaft wie Rostock ist in Ordnung. Schade, zur Pause waren wir fünf Treffer weg. Aber ein Spiel dauert immer 60 Minuten. Das ist nicht nur in Schweden eine alte Weisheit", sagte GWD-Trainer Ulf Schefvert nach dem Schlusspfiff.
Insgesamt brachte das Auswärtsspiel an der Ostseeküste wichtige Fortschritte für den Titelfavoriten aus Minden. Die Deckung stand wesentlich besser als beim Debüt gegen VfL Edewecht. Und endlich zeigte auch der neu verpflichtete Torhüter Anders Persson, dass er mehr kann als in seinen unglücklichen Anfangsspielen.
Enge Deckung gegen Doder schmeckt GWD nicht
Begonnen hatte die Partie abtastend und von Rostocker Seite überraschend ohne eine Offensivdeckung gegen Dalibor Doder. Der Schwede freute sich über seine Freiräume und nutzte sie zu drei Toren und der vollen Übernahme der Kontrolle im Mindener Spielaufbau. Bis zum 11:11 (25.) wechselten die Führungen. Danach spielte GWD seine Überlegenheit in der Defensive aus. Anders Persson sorgte mit elf Paraden für Respekt bei den Rostocker Angreifern. Vom 11:11 lösten sich die Mindener zum 15:11 und 17:12.
Doch in der Pause reagierte Rostocks Trainergespann Holger Schneider/Gunter Funk. GWD-Spielmacher Dalibor Doder erhielt nun wie im Auftaktspiel eine Sonderbewachung durch Bruna. Und prompt tauchten bei den Ostwestfalen die alten Probleme auf. Der Spielfluss ging verloren, im Aufbau herrschte Unordnung, und Rostock kämpfte sich zurück ins Spiel.
Beim 18:18 war Rostock dank seines Rückraumschützen Sven Thormann (10 Treffer) zurück im Spiel. Und nun wurde es zu der erwarteten Nervenprobe. Rostock sah beim 25:23 (50.) schon wie der kommende Sieger aus. Doch Minden gab kämpferisch alles.
Linkshänder Christoph Steinert und Janis Helmdach wurden beide hart attackiert. Doch am Ende war es die Routine, die Moral und Aljoscha Schmidt, die Minden zu einem Punkt verhalfen. Doder 26:26), Andersson (26:27), Schmidt (Siebenmeter zum 28:28) und Schmidt von Linksaußen zum 29:29. Das waren die letzten Toraktionen für Minden.
"Wenn wir aus den ersten Spielen mit 7:1 Punkte holen, dann ist alles in Ordnung. Wir brauchen einfach noch eine gewisse Zeit, um unsere wirklichen Möglichkeiten zu erreichen", fasste GWD-Manager Horst Bredemeier seine Eindrücke zusammen. "Das waren schon zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Über das Resultat bin ich froh", zeigte sich auch Rostocks Trainer Holger Schneider mit dem Resultat zufrieden.
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