GWD Minden mit Zwei-Millionen-Etat der Zweitliga-Favorit / Morgen erstes Heimspiel
"Ab jetzt zählen nur noch die Punkte. Wir stehen vor einem Riesenprojekt, das nicht einfach zu realisieren sein wird. Unser Vorteil ist die erste Besetzung, in der wir acht gestandene Spieler haben", hofft GWD-Manager Horst Bredemeier, dass sein Konzept (Zwei-Säulen-Modell) mit einer Mischung aus erfahrenen Kräften und den eigenen jungen Talenten aufgeht.
"Es ist im Handball nicht einfach, eine Liga zu dominieren und zu gewinnen. Du musst neun Monate dein Top-Niveau erreichen", ist Mindens Trainer Ulf Schefvert klar, dass sein Team von Beginn an gejagt werden wird. "Wir müssen schnell lernen, die Rolle des Favoriten zu handhaben. Das erfordert volle Konzentration und den Respekt vor jedem Gegner", sagt Schefvert mit Blick auf die wechselhafte Vorbereitung.
"Da hat das Team Licht und Schatten gezeigt. Doch der letzte Auftritt in Dormagen gibt uns Hoffnung, unser Ziel Wiederaufstieg zu erreichen", sagt Horst Bredemeier.
Der GWD-Manager hat den Etat seiner Mannschaft nach dem Bundesliga-Abstieg um 500 000 Euro auf 2,0 Millionen Euro abgespeckt. Den reinen Personaletat (Spieler und Trainer) bezifferte Bredemeier auf 1,3 Millionen Euro, wobei 250 000 Euro hiervon an die Berufsgenossenschaft gingen, so Bredemeier.
In den 16 Heimspielen (Delitzsch verzichtete nach Insolvenz auf seinen Zweitliga-Platz) in der Mindener Kampa-Halle erwarten die Mindener einen Besucherschnitt von 1500 Besuchern pro Heimspiel. Im letzten Bundesliga-Jahr 2009/2010 kam GWD noch auf einen Schnitt von 2727 Zuschauern (Platz 13 der Zuschauer-Tabelle). "Unser Wunsch ist vorne natürlich eine Zwei beim Zuschauer-Schnitt", sagt Bredemeier.
Ob dies erreicht wird, hängt vom sportlichen Auftritt der Ostwestfalen ab. Als härtesten Rivalen im Kampf um den Titel erwarten die Mindener den amtierenden Vizemeister und Relegations-Teilnehmer TV Emsdetten. "Emsdetten hat die größte Substanz aller Rivalen, das beste Publikum und die größte Erfahrung", sieht Bredemeier den TVE "auf Augenhöhe".
Für GWD Minden wird wichtig sein, die bekannt hohen Auswärtshürden Rostock (am kommenden Mittwoch), Nordhorn, Hildesheim und Essen zu überspringen.
"12 bis 14 Minuspunkte kann man als Spitzenreiter verkraften", geht Bredemeier nicht von einer "Zu-Null-Serie" aus. Ohnehin ist ein harter Kampf zu erwarten, denn aus zwei zweiten Ligen wird im kommenen Jahr 2011 eine gemacht.