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23.08.2010
GWD II kündigt Einspruch an
Zeitnehmer von Schiedsrichtern suspendiert

Minden (kn). Zweimalige Verlängerung, zweimaliges Siebenmeterwerfen und als Krönung nun auch noch ein angekündigter Protest gegen die Wertung. Das DHB-Pokalspiel zwischen den beiden Drittligisten Oranienburger HC und GWD Minden II endete mit einem Eklat.

Markus Fuchs (neun Tore) zieht aus dem Rückraum ab.

Oranienburger HC - GWD Minden II 40:39 (35:35, 28:28, 25:25, 9:13) nach zweim. Verlängerung und zweim. Siebenmeterwerfen: Eine unglaubliche Partie, die noch Folgen haben könnte. "Wir haben nach der Begegnung Einspruch gegen die Wertung auf dem Spielbereichtsbogen eintragen lassen. Derzeit sind wir dabei, den Protest schriftlich zu fixieren, um ihn fristgerecht am Dienstag in Dortmund eingehen zu lassen", teilte GWD Mindens 2. Vorsitzender Rainer Hösl dem MT mit.

Der Kampfrichtertisch mit Sekretär Jürgen Brandt. Zeitnehmer Peter Senft war zu diesem Zeitpunkt bereits von seiner Aufgabe entbunden. Hinter dem Sekretär stehen der Hallensprecher und OHC-Trainer Peter Frank (rechts). Rechts Schiedsrichter Kai Turner. | Fotos: Stefanie Fedders

Nach Meining der Dankerser hat es bei der hart umkämpften Partie Regelverstöße von Seiten des Kampfgerichtes bzw. der Schiedsrichter gegeben.

Auslöser des Dramas in der MBS-Arena in Oranienburg war offenbar ein überfordertes Kampfgericht, das aus den Herren Peter Senft (Zeitnehmer) und Jürgen Brandt (Sekretär) bestand, wobei der Zeitnehmer mit der Uhr im Zwist stand. "Bereits während der regulären Spielzeit ist der Zeitnehmer nach 57 Minuten von den Schiedsrichtern wegen Unfähigkeit abgesetzt worden", berichtete GWD-Trainer Aaron Ziercke. Daraufhin hätten die Schiedsrichter die Zeitnahme vorgenommen, die elektronische Zeitnahme an der Hallenuhr wurde abgeschaltet, lediglich der Sekretär habe am Kampfrichtertisch sitzen bleiben dürfen.

Zwei Szenen brachten das Blut der Dankerser schließlich zum Kochen. Ein Treffer von Rückraumspieler Markus Fuchs nach einer Freiwurfabgabe am Ende der regulären , der für Minden der Siegtreffer gewesen wäre, wurde von den Schiedsrichtern nicht anerkannt. "Nach unserer Meining waren noch drei Sekunden zu spielen, die Schiris erklärten jedoch, die Zeit sei abgelaufen gewesen", so Aaron Ziercke. "Man kann unmöglich gleichzeit die Uhr im Auge behalten, die Aktion und den Flug des Balles beobachten", schüttelte GWD-Vorstandsvertreter Rainer Hösl den Kopf.

Doch das blieb nicht die einzige Merkwürdigkeit.

Am Ende der ersten Halbzeit der ersten Verlängerung hatte GWD II acht Sekunden vor Schluss die Chance auf ein Gegenstoßtor. "Wir hatten Ballbesitz und zwei Leute freistehend vorne, da pfiff der Sekretär dazwischen, obwohl er ja schon abgesetzt war", erzählt Ziercke. Großes Chaos, das Spiel wurde unterbrochen, der Sekretär zur Rede gestellt. "Anschließend ging es mit Freiwurf für uns weiter, doch Oranienburg hatte sich in der Deckung formiert, unsere Chance war dahin", so Ziercke.

Und so rettete sich Oranienburg in zwei Verlängerungen zum 28:28 und 33:33 über die Zeit. Auch das erste Siebenmeterwerfen brachte keine Entscheidung. Erst im "Sudden death" des zweiten Siebenmeterwerfens ereilte GWD II das unglückliche Aus. Zugang Gerrit Bartsch scheiterte mit seinem Wurf an Oranienburgs Torhüter.

"Doch ihm ist kein Vorwurf zu machen. Spielerisch gab es Licht und auch Schatten. Es fehlt uns noch an der Abstimmung und der Eingespieltheit", fasste Aaron Ziercke seine Einrücke zusammen. Lob gab es für für Konstantin Madert. Der von HSG Barnstorf-Diepholz gekommene Torhüter löste Markus Ernst nach 37. Minuten ab und hatte großen Anteil daran, dass GWD II einen Sechs-Tore-Rückstand wettmachte.

Pech hatte Alexander Hahne. Der Deckungsspezialist zog sich nach einer harten Attacke in der 37. Minute eine Platzwunde zu, schied aus und musste im örtlichen Klinikum mit fünf Stichen genäht werden.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 22.08.2010 um 21:15:16 Uhr

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Kommentare
Das war ja wohl Dramatik pur in Oranienburg.Schon in der regulären Spielzeit eine umstrittene Entscheidung kurz vor Schluß. In der 1. Verlängerung, der Pfiff vom abgesetzten Sekretär, das ist m. E. ein klarer Regelverstoß , somit müsste das Spiel mind. wiederholt werden. GWDII ist dadurch stark benachteiligt worden.Ein Kompliment an die Spieler für diese tolle Moral!!


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