Beim Meister chancenlos / Ab der 40. Minute geht die Post ab / Ulf Schefvert testet Jugendstil
Gleich in der Anfangsphase passierte den Mindenern vor 10250 Zuschauern in der Kieler Sparkassen-Arena das, was sie unbedingt verhindern wollten: Sie leisteten sich im Angriff technische Fehler und mehrere Fehlwürfe. Kiel nutzte das in bekannter Manier eiskalt aus und konterte über seine schnellen Außenspieler Henrik Lundström und Christian Sprenger. Bis zum 7:2 gelang dem THW zwar nur ein Kontertor, doch dreimal konnten die GWD-Spieler ihre Gegner nur mit einem siebenmeterreifen Foul stoppen. Momir Ilic zeigte sich vom Punkt souverän und versenkte seine Strafwürfe sicher und das Spiel nahm den erwarteten Lauf.
Isländer Gylfason als ein Lichtblick
GWD fehlte genau das, was im Derby gegen den TuS N-Lübbecke noch so reichlich vorhanden war: die Aggressivität in der Deckung. Die Abwehr kam vor allem in der Anfangsphase überhaupt nicht ins Spiel. So kassierten die Gäste aus Minden in den ersten 13 Minuten bereits neun Gegentreffer, obwohl Torhüter Medhus ordentlich hielt.
Der grün-weiße Lichtblick der ersten Halbzeit war Rechtsaußen Gylfi Gylfason. Der Isländer nutzte seine Chancen konsequent und brachte GWD mit seinen Treffern immer wieder an die übermächtigen Kieler heran.
Nach dem Seitenwechsel nahm sich Kiel eine zehnminütige Auszeit. Doch GWD verpasste es, die Kieler Schwächephase zu nutzen. Aljoscha Schmidt und Moritz Schäpsmeier leisteten sich frei vor dem Tor Fangfehler, zudem erwischte auch Barna Putics erneut einen rabenschwarzen Tag.
"Barna war heute einfach überfordert", sagte Minden Co-Trainer Frank von Behren. Der wurfgewaltige Ungar musste fast 60 Minuten durchspielen, weil Rene Madsen krank fehlte und auch Janis Helmdach angeschlagen war.
Bis zum 14:19 (41) blieb GWD zwar dran, doch dann schalteten die Kieler wieder einen Gang hoch und bauten dank ihrer überragenden Torjägern Momir Ilic und Filip Jicha den Vorsprung innerhalb von sieben Minuten auf elf Treffer aus (25:14).
"Wir waren einfach müde und hatten keine Kraft mehr. Uns fehlten die Alternativen", erklärte GWD-Trainer Ulf Schefvert.
Einsätze für die Nachwuchsspieler
Die Grün-Weißen wirkten in den letzten 20 Spielminuten hilflos im Angriff und scheiterten immer wieder am starken THW-Keeper Thierry Omeyer.
Vor allem aus dem Mindener Rückraum kam viel zu wenig Druck. GWD-Spielmacher Stephan Just konnte bei Weitem nicht an seine großartige Leistung aus dem Derby anknüpfen und auch vom angeschlagenen Schäpsmeier kam fast nichts.
Während der THW den Vorsprung im Minutentakt ausbaute, hatten wenigstens drei Mindener Grund zur Freude. Denn GWD-Trainer Ulf Schefvert setzte in der Schlussphase auf Mindener Jugendstil. So schnupperten Jannik Oevermann, Sören Südmeier und Torben Lommel Bundesliga-Luft. "Das ist eine der schönsten Hallen, um zu spielen. Die Jungs sind die Mindener Zukunft", begründete Schefvert die Einwechslungen. Overmann bedankte sich prompt mit einem Treffer, bei dem er Omeyer mit einem Wurf in die kurze Ecke überlistete.
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