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01.03.2010
"Kreismeister" hat noch weiten Weg vor sich
Von Behren: Derby war unser bestes Saisonspiel / "Wir leben noch" / Bredemeier: Brauchen noch mindestens fünf Siege
VON JÜRGEN KNICKER

Minden (mt). Bringt ausgerechnet der Kreisrivale TuS N-Lübbecke den abstiegsbedrohten Handball-Bundesligisten GWD Minden wieder auf die Beine? Fast hat es den Anschein, denn der 28:23-Erfolg im 57. Kreisduell sicherte den Mindenern nicht nur die inoffizielle "Kreismeisterschaft", sondern sorgt für einen kräftigen Motivationsschub bei den Grün-Weißen.

Stephan Just war im Derby der Leader, den Lübbecke nicht hatte. Just übernahm bei den Mindenern die Chefrolle und war neben Torhüter Katsigiannis der auffälligste Spieler. | Foto: Weber

"Das war eindeutig unser bestes Saisonspiel", freute sich Mindens Co-Trainer Frank von Behren über die Fortschritte, die das Mindener Team seit dem Einstieg von Trainer Ulf Schefvert gemacht hat.

"Das Erfolgserlebnis wird uns einen wichtigen Schritt voranbringen", ist sich der ehemalige Nationalspieler sicher.

Besonders zufrieden waren die Domstädter mit ihrer Defensive, die die favorisierten Lübbecker um ihren polnischen Star Michal Jurecki bei nur 23 Toren "alt" aussehen ließ.

"Henriksson hat ein Riesenspiel gemacht"

"Wir wussten, was Lübbecke spielen würde und waren gut auf sie eingestellt", machte von Behren nicht nur Mindens starker Nationaltorhüter Nikolas Katsigiannis ein Kompliment, sondern auch dem Schweden Anders Henriksson. "Anders hat eine Riesenpartie gemacht. Er ist ja kein Typ wie Lübbeckes Frank Loke. Aber es ist enorm, was er aus seinen körperlichen Möglichkeiten macht", brach von Behren eine Lanze für den Kreisläufer.

"Insgesamt ist die Rollenverteilung bei uns besser geworden", bescheinigt von Behren dem neuen Cheftrainer Ulf Schefvert ein gutes Händchen. So war beim Derby gut zu erkennen, dass beispielsweise Stephan Just als alleiniger Spielmacher eine Aufwertung erfuhr. Just bedankte sich mit einer überragenden Vorstellung als Antreiber, Ballverteiler und sogar als Torschütze.

Stark auch Moritz Schäpsmeier, der mit fünf Treffern aus dem Rückraum sein verletzungsbedingtes Tief der Wintermonate nun hinter sich gelassen zu haben scheint. Allerdings auch schwache Torhüter auf der Gegenseite fand.

"Auch René Madsen hat einen Sprung nach vorne gemacht", sieht von Behren den Dänen langsam aus der Rolle des eher verunsicherten Lückenfüllers im linken Rückraum herauswachsen.

Selbst Barna Putics, der sich nach mehreren Vereinswechseln erst wieder an das hohe Niveau der Bundesliga heranarbeiten muss, fand in der Joker-Rolle als Freiwurfspezialist und Ersatzmann auf Halbrechts seine neue Nische.

"Das Konterspiel muss verbessert werden"

"Insgesamt war der Derbysieg ein erster, wichtiger Schritt für uns. Wir haben gezeigt, dass wir noch leben und die Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben haben", lobte GWD Mindens Manager Horst Bredemeier die Aggressivität in der Deckung und die positive Einstellung der Mannschaft. Zwar habe GWD Minden als Schlusslicht weiterhin die schlechteste Ausgangsposition von allen Kellerkindern. "Doch wir haben gegenüber allen anderen Abstiegskandidaten ein Heimspiel mehr und derzeit auch das beste Torverhältnis", kündigt Bredemeier einen verbissenen Kampf um den Relegationsplatz gegen die Konkurrenten Düsseldorf, Dormagen und Hannover-Burgdorf an.

Abheben will man nach dem Prestigeerfolg gegen Lübbecke allerdings keinesfalls. "Dazu gibt es beispielsweise im Konterspiel und im Angriff allgemein noch zu viel zu tun", hält Frank von Behren den Ball flach. Und auch Manager Bredemeier weiß, wie weit der Weg zum Ziel noch ist. "Wir benötigen noch fünf weitere Siege. Besser jedoch sechs", gibt der Klubvorsitzende eine Hausnummer vor.

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Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 28.02.2010 um 21:15:08 Uhr

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