"Das ist jetzt immer so. Egal ob wir gewinnen oder verlieren. Der Trainer hält uns eine Ansprache - und er findet immer etwas, das nicht gut war", erklärte GWD-Kapitän Moritz Schäpsmeier die Abwesenheit - eine Neuerung, ebenso wie das Training noch am Morgen vor dem Derby.
Erst nach Minuten durften die Spieler wieder auf das Parkett. Dort genossen sie das Bad in der jubelnden Menge. Lange hatten sie auf das Gefühl des Sieges warten müssen. Nun kosteten sie es genussvoll aus.
Mittendrin, als Schaumkrone im Jubelbad, Nikolas Katsigiannis. Mindens Torwart zeigte eine überragende Leistung und ließ die Lübbecker Werfer reihenweise verzweifeln.
Als Matchwinner wollte sich "Katze" dennoch nicht feiern lassen. "Nein", wehrte er ab, "nicht ich, die Mannschaft ist Vater des Sieges. Sie hat in der Abwehr wie verrückt gekämpft." Bereits im Hinspiel beim 23:23 war Katsigiannis der Turm in der Schlacht. Das Derby scheint ihm zu liegen. "Es macht Spaß. Man saugt die Atmosphäre auf. Auch wenn wir Tabellenletzter sind: Ich habe mich die ganze Woche auf das Derby gefreut", meinte der Schlussmann und hofft: "Es sind zwar nur zwei Punkte, aber der Sieg heute könnte der Wendepunkt für uns sein."
Mitten im Jubel ereignete sich auch eine hässliche Szene. GWD-Fans, von denen einige den Lübbecker Arne Niemeyer schon während der Partie mit armseligen Schmährufen bedacht hatten, gingen den früheren Mindener Spieler rabiat an. Eine Eskalation wurde von umstehenden Spielern gestoppt. "Das hat Arne nicht verdient. Der hat sich jahrelang für GWD den Arsch aufgerissen. Das kann ich nicht nachvollziehen", kommentierte TuS-Abwehspezialist Oliver Tesch die Szene.
Der aggressive GWD-Anhänger im Fan-Trikot mit der Aufschrift "Christian" wollte sich nicht äußern. Er ging umhüllt von lauter fröhlichen Menschen schweigend davon.
Bei solchen unprofessionellen und nicht würdigen Kommentaren muss man sich überlegen was man im Leben falsch gemacht hat.
Die "Attacke" auf Arne Niemeyer ist absolut inaktzeptabel und gehört sich einfach nicht. Wir sind hier beim Sport, wobei es um Fairness und gute Spiele und Kämpfe geht. Man muss es einfach akzeptieren das jemand den Verein verlässt und zu einem anderen Verein (auch wenn es der Erzrivale ist) wechselt und da seine Leistung bringen will. In dem Fall Niemeyer ist es doch so, dass er für GWD Minden alles getan hat, denn wenn man so lange für einen Verein spielt wächst dieser einem ans Herz. Es ist jeden einzelnen überlassen was er mit seiner Karriere als Sportler macht.
Und wenn man sowas liest dass die Tränen von Arne Niemeyer nur vorgetäuscht gewesen seien, muss man wirklich an den gesunden Menschenverstand dessen Person zweifeln die so etwas schreibt und/oder sagt.
Wie der Spruch heißt: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach Fr**** halten." Und genau das passt einfach zu diesen Aussagen.
Der Profisport ist nunmal so und man sollte es einfach so aktzeptieren.