Längste Amtszeit eines Bundesliga-Trainers in der GWD-Historie mit unvergessenen Spielen
Vorgestellt wurde er im Sommer 2005, als er die Nachfolge von Velimir Kljaic antrat. Bereits als Spieler der damaligen Turu Düsseldorf und der Nationalmannschaft galt Ratka stets als "verlängerter Arm" des Trainers Horst Bredemeier auf dem Spielfeld, 2005 war er der Wunschkandidat des Managers für die Kljaic-Nachfolge.
Nach erfolgreichem Einstieg als Trainer der HSG Düsseldorf erlebte Ratka beim VfL Gummersbach einen Karriereknick. Bei GWD fand er wieder in die Erfolgsspur zurück. Vier Mal schaffte er den direkten Klassenerhalt, obwohl die GWD-Mannschaft, abgesehen von der Saison 2008/09, immer zu den größten Abstiegskandidaten gehörte.
Neben den Klassenerhalten zählten mehrere unvergessliche Erfolgserlebnisse zu den Höhepunkten der Ära Ratka. Gleich drei Sensationen gab es in der ersten Serie unter der Leitung des gebürtigen Dortmunders. Am 12. Februar 2006 bezwangen die Grün-Weißen in eigener Halle Spitzenreiter THW Kiel 32:30. Nur eine Woche später ging die Party weiter, gegen den Tabellenzweiten SG Flensburg/Handewitt gelang, ebenfalls in der Kampa-Halle, ein 27:27. Dennoch schwebten die Mindener bis zum Ende der Serie in Abstiegsgefahr, die erst am vorletzten Spieltag mit einem 29:28-Erfolg bei Pokalsieger HSV Hamburg gebannt wurde.
Noch enger wurde es in der Serie 2007/08 für Ratka und seine Mannen. Die Leistungsträger Gudjonsson und Kusilew hatten den Verein verlassen, als Ersatz wurde lediglich Kreisläufer Anders Henriksson aus der 2. Liga geholt. In der Winterpause erlaubte aber frisch generiertes Geld eines neuen Sponsors, dass personell nachgebessert wurde: Mit Keeper Svenn Erik Medhus sowie Frank von Behren und Michael Haaß wurden drei Spieler verpflichtet, ohne die der Klassenerhalt kaum geschafft worden wäre. Am vorletzten Spieltag kassierten die Mindener im vermeintlich vorentscheidenden Derby gegen den TuS N-Lübbecke eine bittere Niederlage. Mit dem "Wunder von Flensburg", dem abschließenden Sieg bei Vizemeister SG Flensburg/Handewitt, wurde dennoch die Klasse gehalten. Torjäger Arne Niemeyer hatte in der Rückrunde allerdings einige Dissonanzen mit dem Coach und wechselte nach Hamburg.
In der vergangenen Serie hatte Ratka den wohl stärksten Kader seiner Mindener Zeit beisammen. Die Mannschaft belegte Platz 13, den besten seit etlichen Jahren. Im letzten Heimspiel der Saison gelang ein beeindruckender 30:26-Erfolg über den TBV Lemgo. Die Rückraumspieler Michael Haaß und Michael Hegemann verließen jedoch ebenso den Verein wie die Eigengewächse Andreas Simon und Jan-Fiete Buschmann, die auf ihren Positionen zuletzt meist nur noch zweite Wahl waren.
In dieser Saison aber verließ den Coach das Glück. Mit den für Haaß und Hegemann geholten Damien Wleklak und René Bach Madsen lief es nicht wie gewünscht. Beide mussten sich erst an das Bundesliga-Tempo gewöhnen. Als sie es geschafft hatten, fielen beide mit Verletzungen aus. Zudem verletzte sich Kapitän Moritz Schäpsmeier, und der als Buschmann-Ersatz geholte Evars Klesniks litt nach seiner Schulteroperation unter Ladehemmung.
Im Spiel gegen Lemgo setzte die nun mit Barna Putics verstärkte Mannschaft - gewollt oder ungewollt - ein Zeichen mit katastrophaler Außenwirkung. Als die Partie für Lemgo entschieden war, nahm Ratka eine Auszeit, um sein Team zumindest auf ein besseres Ergebnis einzuschwören. Die Spieler liefen jedoch nach etwa einer halben Minute auseinander, ohne dass der Trainer seine Ansprache beendet gehabt hätte. Die Bilder, wie der Trainer hinter seinen Spielern herlief, werden die wenigsten Zuschauer vergessen haben. Etliche Fans und Sponsoren waren nun der Meinung: Ratka erreicht seine Mannschaft nicht mehr. Mit der Niederlage gegen Düsseldorf war sein Schicksal schließlich besiegelt.
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