Vor allem Hannovers Kapitän hatte einen tiefen Eindruck bei den Amateuren hinterlassen. "Wir haben uns beim Einlaufen und beim Gang in die Halbzeit bestimmt fünf Minuten lang unterhalten. Der war überhaupt nicht arrogant, sondern wirkte sehr bodenständig. Ich bin echt begeistert", sagte Günnewich.
Auch andere Profis hatten einen guten Eindruck hinterlassen. "Die waren alle super-nett", meinte Sven Tippe, der mit Mohammed Abdellaoue Spaß hatte: "Wir haben bei einem Freistoß gewettet, ob er trifft oder nicht." Hussein Hamdan juxte derweil mit Konstantin Rausch herum, musste sich nach einem etwas zu engagierten Einsteigen in einem Luftduell aber auch Kritik anhören: "Er hat gesagt, ich soll nicht so reingehen, wir spielen ja nicht in der Champions League ..."
Allerdings wehte durchaus ein internationaler Hauch durchs Weserstadion. Schließlich hatte sich Hannover erst zwei Tage zuvor erneut für die Europa League qualifiziert - und zeigte seine sportliche Qualität vor allem in der ersten Halbzeit. "Bei Bremen waren im letzten Jahr zwei, drei sehr gute Spieler dabei, Hannover hat aber als Gemeinschaft gespielt. Die waren alle pfeilschnell", sagte Tippe.
Auch Linus Brüggemann war beeindruckt: "Der Unterschied zu den Bundesliga-Spielern ist enorm. Besonders in Sachen Athletik und Zweikampfführung liegen da Welten zwischen." Immerhin gab es auch Lob von den Profis für die tapferen Amateure. "Wir hatten einen anständigen Gegner heute. Es macht immer mehr Spaß, wenn der Gegner auch ein bisschen mitspielt", sagte etwa 96-Verteidiger Mario Eggimann.
21 Spieler bekamen in der verstärkten Auswahl Union Mindens den Spaß der Profis hautnah zu spüren. Außer Torwart Christian Funk wechselte Trainer Klaus Symanczyk alle Akteure aus. Weil jedoch mehr als 20 Feldspieler zum Kader gehörten, blieben Sascha Klarmeyer und Max Schulde ohne Einsatz. "Der eine oder andere war sauer, dass er nicht gespielt hat. Aber ich wollte keinen Spieler rausnehmen, den ich erst eingewechselt hatte", erklärte Symanczyk.