Niedersachsen schaffen mit 2:1 gegen Kaiserslautern Qualifikation für internationalen Wettbewerb / Freude ohne Grenzen
Nur die 2000 Fans des 1. FC Kaiserslautern unter den 49 000 Besuchern in der ausverkauften AWD-Arena hatten da schon das Weite gesucht, der Rest wollte sich an diesem Abend nicht von seinen Lieben trennen. Warum auch?
Die obligatorische Pressekonferenz war kurzfristig abgeblasen worden, stattdessen würdigten die Roten ihren scheidenden Ex-Kapitän Lala in großem Rahmen. Auf Videoleinwänden waren noch einmal die Höhepunkte aus dessen Wirken an der Leine zu sehen, natürlich durfte dabei auch der einzige Bundesliga-Treffer des quirligen und gewitzten Albaners für die Niedersachsen nicht fehlen.
Der komplette aktuelle 96-Kader hatte zu diesem Zeitpunkt bereits T-Shirts mit Lalas Konterfei und dem Schriftzug "Kämpferherz" übergestreift und unterstrich so nochmals die tadellose Einstellung des Technikers. Zum krönenden Abschluss bekam Lala einen VW-Oldtimer-Bulli mit den Unterschriften und Malereinen der 96-Spieler geschenkt. Vor der Partie hatten sich die Fans in einer beeindruckenden Choreographie bei dem Mittelfeldspieler bedankt. Der kleine Sympathieträger gab diesen Dank mit Tränen in den Augen an die Anhänger zurück und wünschte ganz Hannover alles Gute. "Ich werde Euch immer im Herzen behalten", rief er der begeisterten Menge entgegen.
Die Euphorie über den erneuten Europa-Coup kannte indes kaum Grenzen. "Europapokal, Europapokal", sangen die 49 000 Fans. Ihre Nerven wurden in einer temporeichen Partie allerdings arg strapaziert. Die Lauterer versteckten sich nicht und gingen durch einen herrlichen 25-Meter-Schuss von Pierre de Wit (7.) früh in Führung. Die 96-Profis schüttelten sich nur kurz und starteten einen Sturmlauf auf das Tor von Gäste-Keeper Tobias Sippel. Das Offensiv-Trio Didier Ya Konan, Mohammed Abdellaoue und Jan Schlaudraff hatte Chancen im Minutentakt, doch erst ein Eigentor von Alexander Bugera (38.) belohnte die Angriffsbemühungen. Der Pfälzer Verteidiger bugsierte einen von Sippel abgewehrten Ball unglücklich mit der Brust über die Linie.
In der zweiten Halbzeit dominierten die Niedersachsen nicht mehr ganz so eindeutig, das umjubelte Kopfball-Tor von Ya Konan in der 71. Minute war aber dennoch eine logische Konsequenz der großen Überlegenheit. "Nicht nur wir Spieler, auch die Fans haben das verdient", bedankte sich der wieder einmal überragende Spielmacher Schlaudraff für die lautstarke Unterstützung während einer langen Saison. Das 96-Team, das in der Europa League erst im Viertelfinale gestoppt wurde, absolvierte gegen Kaiserslautern sein 50. Pflichtspiel in neun Monaten. Mit großer Moral mobilisierten die Spieler ihre letzten Kräfte und schafften dank einer Energieleistung die Rückkehr auf die internationale Bühne.
Bleibt zu hoffen, dass die Feierbiester heute Abend beim mit Spannung erwarteten Auftritt im Mindener Weserstadion (19 Uhr) wieder einigermaßen bei Kräften sind.
Dann kann ich mir gleich die Print ausgabe als abo holen und mich Samstags in einen Schaukelstuhl setzen und die ganzen Ausgaben durchlesen....Aber sie kaufen sich garantiert eine Kuh nur weil Sie ein Glas Milch wollen ;)