Union Minden dreht 0:1-Rückstand und gewinnt erstes Abstiegs-Endspiel in der Landesliga 4:2 gegen RSV Barntrup
"Es war eher ein Lebenszeichen als ein Befreiungsschlag", gab sich Trainer Klaus Symanczyk nach dem immens wichtigen Erfolg zwar erleichtert, aber keineswegs euphorisch. Dabei bietet die Tabellensituation durchaus Anlass zu Optimismus: Nach der Niederlage von Brakel (1:4 gegen Tengern) und dem Remis von Bad Salzuflen (3:3 gegen Espelkamp) sind zwei Konkurrenten wieder in Reichweite. "Wir haben Kontakt aufgenommen", sagte Symanczyk.
Zuvor musste der Coach aber einmal mehr durch ein Wechselbad der Gefühle. Keine zwei Minuten waren gespielt, als Barntrups Alexander Neide nach einer Ecke zur Führung einköpfte. "Da wird man verrückt", sagte Symanczyk über die Schwächen seiner Elf bei ruhenden Bällen.
Kopfschüttelnd verfolgte der Coach danach die hilflosen Bemühungen um eine Antwort. Durchaus engagiert, aber eben auch nervös rannten die Mindener immer wieder vergeblich nach vorne. "Die Mannschaft war motiviert, sie wollte", meinte Symanczyk. Bei allen Bemühungen sprang aber nur eine Großchance heraus: Andre Rusteberg schoss den Ball nach einem Fehlgriff von RSV-Keeper Pascal Ehlert über das Tor (35.).
Das Signal zur Wende kam von einem Spieler, von dem man das nicht unbedingt erwartet hätte: Kevin Necker kombinierte sich kurz nach der Pause mit Aram Skripin bis in Barntrups Strafraum und schloss trocken zum 1:1 ab (48.). "Ein tolles Gefühl", kommentierte der Torschütze seinen zweiten Landesliga-Treffer, der ihn plötzlich zum Anführer der Mindener Offensive machte.
Immer wieder trugen die Gastgeber über seine rechte Seite ihre schnellen Angriffe nach vorne und fanden so den Schlüssel zum Erfolg. In der 67. Minute bediente Necker mit einem Diagonalball Tobias Versick, der überlegt einschob. Zuvor hatte Hussein Hamdan nach einer Ecke auf der Linie gerettet (54.).
Das 2:1 reichte zum Knockout der konsternierten Gäste, die in der turbulenten Schlussphase zwar noch ein zweites Tor - wieder nach einer Standardsituation - erzielten (87.), das aber wegen zweier weiterer erfolgreicher Konter nur Kosmetik blieb. Alexander Südmersen (86.) und Andre Fuchs im zweiten Versuch (89.) behielten alleine vor dem Tor die Nerven und sorgten für ein Erfolgserlebnis, das für den erneut eingewechselten Benjamin Günnewich nur ein Startpunkt ist: "Wir brauchen auch in der nächsten Woche einen Sieg. Erst dann können wir sagen: Wir spielen wieder mit."