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15.02.2012
"Druckmittel gegen die untätigen Vereine"
Schärferes Vorgehen bei Schiedsrichtermangel möglich / Duelle zwischen höherklassigen Klubs schon in Pokalrunde 2
VON ULRICH KUBALLA

Hille (mt). Die "Ständige Konferenz" macht ihrem Namen alle Ehre und sorgt "ständig" für Diskussionsstoff.

SC BW Lerbecks Petra Schlusen griff bei der Auslosung des Kreispokal-Wettbewerbs in die Trommel, und Kreis-Schiedsrichter-Obmann Udo Quast verkündete den Mannschaftsnamen. | MT-Foto: Ulrich Kuballa

So auch am Montagabend in der Hartumer Buschklause, wo für den erkrankten Vorsitzenden Walter Schütte dessen Stellvertreter und Geschäftsführer Thomas Schickentanz die Fußballvereine des Kreises 23 Minden im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) zur traditionellen Arbeitstagung in der Winterpause begrüßte. Die Auslosung des DFB-Vereinspokal-Wettbewerbs auf Kreisebene und das Spieljahr 2011/2012 waren zwar die beiden wichtigsten Tagesordnungspunkte, doch unter Punkt "Verschiedenes" ausführlich Thema waren der chronische Schiedsrichter-Mangel und insbesondere der neue Zwei-Stufen-Plan, den das aus dem Verbandsvorstand und den Kreisvorsitzenden bestehende Gremium kurz vor Weihnachten den Klubs "bescherte" (vgl. MT vom 6. Februar).

Info
Kreispokal-Wettbewerb

  • 1. Runde (bis 5. August)
  1 VfL Minden - TuS Victoria Dehme   2 VfB Gorspen-Vahlsen - FT Dützen
  3 TuS Holzhausen/Porta - SV Hausberge
  4 SC BW Lerbeck - RW Rehme
  5 TuS Döhren - Union Minden
  6 FSC Eisbergen - TuS Volmerdingsen
  7 SV Päpinghausen-Cammer - SV Weser Leteln
  8 Türk SV Minden - TuS Lohe

  • 2. Runde (12. August)
  8 Sieger Spiel 1 - TSG Neuenknick 10 Sieger Spiel 2 - SV Kutenhausen-Todtenhausen
11 Sieger Spiel 3 - SC Hille
12 Sieger Spiel 4 - SV Eidinghausen-Werste
13 Sieger Spiel 5 - FC Bad Oeynhausen
14 Sieger Spiel 6 - FC BW Holtrup
15 Sieger Spiel 7 - SuS DE Costedt
16 Sieger Spiel 8 - Tuspo Meißen
17 TuS Windheim - TuS Lahde-Quetzen
18 FC Assyrian Bad Oeynhausen - TuS Kleinenbremen
19 TuS Minderheide - SV Frille-Wietersheim
20 Haddenhauser SV - TuS Wasserstraße
21 TuS Porta Wetfalica - TuS Bad Oeynhausen
22 SV Bölhorst-Häverstädt - SuS Wulferdingsen

  • 3. Runde (29. August)
23 Sieger Spiel 11 - Sieger Spiel 12 24 Sieger Spiel 22 - Sieger Spiel 16
24 RW Maaslingen - Sieger Spiel 19
26 Sieger Spiel 9 - Sieger Spiel 15
27 Sieger Spiel 18 - Sieger Spuiel 17
28 Sieger Spiel 13 - Sieger Süiel 21
29 Sieger Spiel 14 - Sieger Spiel 10
30 TuS Petershagen-Ovenstädt - Sieger Spiel 20

  • 4. Runde (5. September)
31 Sieger Spiel 23 - Sieger Spiel 24 32 Sieger Spiel 25 - Sieger Spiel 26
33 Sieger Spiel 27 - Sieger Spiel 28
34 Sieger Spiel 29 - Sieger Spiel 30

  • 5. Runde (17. und 18. September)
35 Sieger Spiel 31 - Sieger Spiel 32 36 Sieger Spiel 33 - Sieger Spiel 34

  • Endspiel (3. Oktober)
37 Sieger Spiel 35 - Sieger Spiel 36

"Es drängt und drückt immer mehr", stellte Schickentanz fest angesichts von nur noch genau 100 Referees im Kreis, aber nach der Zahl der Mannschaften benötigten 146 und wies auf einen Punkt in diesem Plan hin, der bei aller Diskussion um die drastisch erhöhten Ordnungsgelder und dem künftigen Abwerbungsschutz für Schiedsrichter den Vereinen vielleicht nicht so ins Auge gefallen ist: Bei fortgesetztem Schiedsrichter-Untersoll kann die spielleitende Stelle von § 37 Abs. 3 der Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes (WFLV) Gebrauch machen und Mannschaften vom Spielbetrieb ausschließen.

"Vereine, die schön länger keinen Schiedsrichter mehr ausbilden lassen haben, will man damit treffen", erläuterte Kreis-Schiedsrichter-Obmann Udo Quast und kritisierte eine gewisse Gleichgültigkeit: "Das System läuft aber nicht mehr, weil jeder denkt, uns fehlt ja nur einer . . ." So gibt es säumige Vereine, die letztmals vor 13 und 12 Jahren einen Kandidaten für den Anwärter-Lehrgang gemeldet haben. Der nächste beginnt im übrigen am 22. Februar. Und inzwischen sind auch drei Nennungen eingegangen. Quast: "Wenn man sich etwas anstrengt, findet man auch welche. Helft uns, dass wenigstens der Leistungsstand erhalten bleibt."

Bei der Auslosung der Paarungen für den Kreispokal-Wettbewerb 2012/13 wurden RW Maaslingen und TuS Petershagen-Ovenstädt als letztjährige Finalisten für die 1. und 2. Runde freigestellt, da sie im kommenden Sommer gleichzeitig am Westfalenpokal-Wettbewerb teilnehmen. Bereits die 2. Runde könnte mit Union Minden kontra FC Bad Oeynhausen und FT Dützen gegen SVKT 07 Duelle zwischen höherklassigen Teams bringen.


Kreispokal: Das Finale des kommenden Wettbewerbs wird am 3. Oktober in Kleinenbremen ausgetragen. Dort sollte schon vor zwei Jahren gespielt werden, doch benötigte man damals dann Flutlicht und wich ins Mindener Weserstadion aus. Künftig wird der Finalort bei der Arbeitstagung ausgelost. Ausrichter kann man frühestens alle fünf Jahre sein. (kub)

Belohnung: Unter den in Hartum anwesenden Vereinen ausgelost wurden 13 Spielbälle und Trainings-T-Shirts des Pokalwettbewerb-Sponsors, der zudem TuS Volmerdingsen für die meisten geschossenen Tore in Runde 2 und 3 mit zwei Gutscheinen bedachte. (kub).

Modul: Vorgestellt wurde in Hartum das neue Freundschaftsspiel-Modul. Auf zunächst freiwilliger Basis können die Vereine nun selbst Daten von Testspielen im DFB-Net eingeben. (kub),

Termine: Der Rahmenterminplan für die Saison 2012/2013 sieht den 19. August als ersten Punktspieltag vor. Nach der Winterpause geht es in höheren Klassen am 17. Februar und auf Kreisebene am 10. März weiter. Saisonschluss ist am 9. Juni. (kub).

Flexibel: Staffelleiter Ralf Schlingmann wies die Vereine an, für Spiele in den Oeynhauser Schulzentren Nord und Süd künftig Schuhe für Rasen und Asche mitzunehmen. Bei Verlegung auf einen Kunstrasen solle der Gastverein schon am Tag zuvor informiert werden. (kub)

Vorbildlich: Udo Quast zählte in Hartum auch die Vereine auf, die ihr Schiedsrichter-Soll erfüllen: TuS Döhren, FT Dützen, SV Frille-Wietersheim, Haddenhauser SV, SC Hille, FC Holtrup, Tuspo Meißen, Makedonikos Minden, TSG Neuenknick, FC Assyrian Bad Oeynhausen, RW Rehme, TuS Windheim, TuS Petershagen-Ovenstädt und SV Päpinghausen-Cammer. (kub)

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2012
Dokument erstellt am 14.02.2012 um 17:13:04 Uhr

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Kommentare
Mit großem Interesse habe ich die Kommentare gelesen. Da ich seit knapp 10 Jahren selbst Schiri bin und mir oft meine Gedanken über mein Hobby mache, bin ich schonmal echt froh, dass das Problem des Schiedsrichter-Mangels verbunden mit der Suche nach Gründen hier so anregend diskutiert wird.
Aus meiner Sicht ist eine Erhöhung der Spesen nicht entscheidend, auch wenn der Stundenlohn für einen Sonntag - anders als unten bereits erwähnt - eher gering ist.
Ich persönlich sehe mein Hobby als sportliche Betätigung mit Verantwortung, die Spaß macht. Fahre also Sonntags aus ähnlichen Gründen wie die Spieler zum Sportplatz.
Der freundliche respektvolle Umgang miteinander ist für den Spaß an der Sache entscheidend. Dafür verantwortlich sind natürlich ALLE Beteiligten, auch wir Schiris. Während des Spiels gehören Emotionen sicher dazu und die soll es auch immer geben.
Wenn sich alle Beteiligten anstrengen und sich entsprechend verhalten könnten, wird es langfristig auch sicher wieder mehr Fußballfreunde geben, die Lust haben, zu pfeifen!
Ich kann nur dazu ermutigen, mal einen Anwärterlehrgang zu besuchen und es zumindest mal zu versuchen, Spiele zu leiten. Es ist eine tolle Aufgabe, die die eigene Persönlichkeit stärkt und Spaß macht!
In diesem Sinne... "Abseits ist, wenn der Schiri pfeift!" ;-)

Die Frage ist ja auch, wie kann man es atraktiver für Schiris, und solche die es werden wollen, machen? Da Schiris von den heimspielenden Mannschaften bezahlt werden, könnte man vielleicht überlegen, dieses großzügiger zu belohnen. Das macht es für einige vielleicht interessanter....

@ Mühlenkreisler;ich gebe Ihnen recht damit das manche Aussagen sehr Grenzwertig sind.Aber im großen und ganzen ist wie von Toto schon angeführt in unseren Kreis bisher nicht zu Übergriffen gekommen gegenüber Schiedsrichtern.
Und ein Schiedsrichter der Kreisliga pfeift kassiert zwischen 30-50€ für 90 Minuten pfeifen und An und Abfahrt.
Das für einen Sonntag finde ich schon,als guten Stundenlohn.
Desweiteren bekommt ein Schiedsrichter eine Aufwandsentschädigung vom Verein und Ausrüstung und Materialien gestellt.
Desweiteren kommt man als "Laien Schiedsrichter" zu allen Spielen des DFB´s frei in Stadien um sich Spiele an zusehen.
Sollen die An und Abfahrten zu den Spielen auch noch bezahlt werden?
Irgendwo ist die Attraktivität aber auch erreicht.
Das Miteinander sollte wieder in den Vordergrund gestellt werden,ob es die Spieler/Schiedsrichter,Schiedsrichter/Trainer,Schiedsrichter/Zuschauer ist.Emotionen sind okay aber der Respekt sollte nicht vergessen werden.
Aber auch der Kreisvorstand der Schiedsrichter sollte nicht vergessen das es sich immer noch um ein Hobby dreht und nicht ums Profitum.Ich kann von einen Berufstätigen nicht erwarten das Er sich unter der Woche 1-2 std eher auf der Arbeit abmeldet um ein Spiel zuleiten.Früher hat das vielleicht geklappt,aber heut zu Tage wird danach gefragt was wichtiger und Finanzieller besser ist.
Aber selbst das sehen manche Personen nicht ein.
Okay,ein ehemaliger Soldat,ein ehemaliger Postbeamter,ein Polizist und Ruheständler.Da hat man solche Probleme nicht mehr.
Ausserdem sollte die Aktivenliste mal durchforstet werden.Da stehen Personen auf aktiv die ich schon Jahre nicht mehr an der Pfeife gesehen habe.
Mit welchen Recht ist das so?
Auch da sollte es ein miteinander geben zwischen den Vereinen und dem Kreisvorstand.
Es liegt an vielen das es im Kreis einen Schirimangel gibt,es liegt nicht nur an Vereinen oder Spielern......

Ich schaue mir ab und zu Spiele von Union und RWM an. Aber vielleicht liegt es auch an einer anderen eigenen Vorgehensweise... für mich bleibt es ein Spiel. Ich kann schon als Zuschauer nicht verstehen wie sich manche aufregen und dann von der Tribüne beleidigende Worte Richtung Schiedsrichter bzw. dessen Assistenten richten. Wenn man dies akzeptiert und das ganze als "Emotion" abhakt finde ich das grenzwertig. Natürlich ist ein Sport wie Fußball oftmals mit großer Leidenschaft bei den Aktiven, wie auch bei den Zuschauern verbunden. Das soll auch so sein und bleiben. Aber Aufregung über eine (vermeintliche) Fehlentscheidung sollte nicht in Beleidigungen oder schlimmeres ausarten. Ich hab zweimal sehr konkret überlegt ob ich Schiedsrichter werde und hab auch einen Schiedsrichterlehrgang mitgemacht. Ich hab für mich entschieden das es mir das nicht wert ist mich so behandeln zu lassen. Und ich denke da bin ich nicht kein Einzelfall. Die Tätigkeit des Schiedsrichters ist aus meiner Sicht nicht attraktiv und muss gefördert werden. Zwang ist da kein guter Begleiter.

@ B3A
Hallo, wer schreibt sollte auch lesen können. Das setze ich einmal voraus. Tuspo steht für Meißen und TuSPO wahrscheinlich für Petershagen. Frage beantwortet?
Im Übrigen war mein Beitrag ein Vorschlag. Selbstverständlich darf und kann man darüber diskutieren und angesichts schwindender Schiedsrichter sind manche Vorschläge unpopulär aber nachdenkenswert!
@Mühlenkreisler
Man muss auch nachfragen warum es immer weniger Schiedsrichter gibt. Wenn man in den Medien immer öfter zu lesen bekommt, dass Schiris angepöbelt und sogar teilweise angegriffen werden ist es nicht verwunderlich. Ich selber bin seid über 20 Jahren in verschiedenen Funktionen fast jedes Wochenende auf dem Sportplatz und natürlich fällt dann das ein oder andere Wort, was nicht hingenommen werden kann. Aber bitte schön im Fußballkreis Minden habe ich noch nicht persönlich erlebt, dass ein Schiri angegriffen worden ist. Leider ist es in anderen Bezirken anders, wie man aus den Medien erfahren muss.
Die Trainer und Betreuer im Jugendfußball versuchen und dies gelingt ihnen in meinen Augen auch sehr gut, dass der Respekt gegenüber den Schiedsrichtern immer vorhanden sein muss und auch den Eltern wird mitgeteilt, dass Sie besonnen am Platz stehen sollen. Das dennoch ab und an Emotionen aufkommen, gehört meiner Meinung auch zum Fußball und sollte nicht überbewertet werden



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