Fußballkreis Minden spricht sich gegen Verbandspläne aus, öffnet aber eine Hintertür
Walter Schütte war zufrieden. Mindens Fußballkreis-Vorsitzender ist ein eifriger Kritiker der vom Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) geplanten Kreisstrukturreform. Das zeigte sich abermals in seiner einstündigen Vorstellung der Verbandspläne, die Schütte mit reichlich Kritik begleitete. Am Ende folgten ihm die Delegierten. "Der Fußballkreis Minden lehnt die Kreisstrukturreform in der von der Kommission vorgelegten Form ab" lautet der Antrag, den die Versammlung nach lebhafter Diskussion bei vier Enthaltungen ohne Gegenstimme durchwinkte.
"Mit diesem Beschluss lässt es sich gut in das Gespräch mit der Task Force gehen", sagte Schütte. Jenes Verbandsgremium reist derzeit durch die Fußballkreise, um die Reform zu erläutern und zu diskutieren. In den nächsten Wochen soll sie auch in Minden zu Gast sein. "Ich möchte auch Präsident Hermann Korfmacher dazu bitten, auch wenn er nicht der Task Force angehört", sagte Schütte.
Argumente für Schütte nicht nachvollziehbar
Der Kreis-Chef sieht die Reform aus mehreren Gründen kritisch. So kann Schütte eine Vielzahl von Argumenten, die die entsprechende Kommission bei der Vorstellung der Pläne Mitte Oktober 2011 nannte, nicht nachvollziehen. Auch verweist der Funktionär aus Wietersheim auf die entstehenden Diskrepanzen: Mit der Reform blieben kleine Ruhrgebietskreise wie Herne oder Hagen erhalten, während im Sauerland oder eben in Minden-Lübbecke neue Groß-Gebilde entstünden.
Der Kern von Schüttes Unmut ist allerdings die Art und Weise, mit der die Reform durchgedrückt werden soll. "Wir wehren uns gegen den Wahnsinns-Zeitdruck, mit der man uns diese Entscheidung aufzwingen will", sagte der Kreisvorsitzende. Immerhin korrigierte der FLVW die Zielzeit für die Reform nach breitem Protest schon von 2013 auf 2016. Zudem plädiert Schütte für die Eigenverantwortung der Kreise: "Die Entscheidung, wann und wie es bei uns zu einer Fusion kommt, kann nur in Minden und Lübbecke gefällt werden."
Dass eine Zusammenlegung sich zumindest am Horizont abzeichnet, zeigte schließlich der zweite Beschluss der Versammlung in der Hartumer "Buschklause". "Der außerordentliche Kreistag beschließt, einer Zusammenlegung der Kreise 20 (Lübbecke) und 23 (Minden) auf freiwilliger Basis, zu gegebener Zeit und für den Fall der Notwendigkeit zuzustimmen" - dieser zweite Antrag wurde bei einer Enthaltung ohne Gegenstimme angenommen. Erste Gespräche für eine Fusion sollen folgen.