KOMMENTar
Es ist eine Momentaufnahme, eine Eintagsfliege ist es nicht: Würde Borussia Mönchengladbach nur ein klein wenig spektakulärer spielen, würde die Elf vom Niederrhein in der Bundesliga als Mannschaft der Stunde gefeiert. Der Gladbacher Aufschwung ist aber mehr als ein euphorischer Lauf, bei dem einfach alles gelingt. Er ist das Ergebnis solider Arbeit.
Es ist kein halbes Jahr her, da drohte bei der Borussia das Chaos: Der Klassenerhalt schien utopisch, Sportdirektor Max Eberl wurde wahlweise attackiert oder verspottet, und Stefan Effenberg machte öffentlich Wahlkampf für die Vereinsübernahme. Dass der Traditionsklub in seiner Krise die Ruhe behielt, ist eine Leistung, die gar nicht hoch genug bewertet werden kann.
Der Lohn folgte im Liga-Endspurt mit den erfolgreichen Relegationsspielen, die für die junge Mannschaft zu einem Erweckungserlebnis geworden sind: Angeleitet vom unaufgeregten Könner Lucien Favre, sind die Gladbacher zur einer echten Spitzenmannschaft gereift, die vermeintlichen Top-Teams wie Leverkusen nicht nur standhält, sondern überlegen ist. Und wo so ein Aufschwung enden kann, das hat in der Vorsaison Hannover 96 gezeigt.

































