Damit reißt die Serie von Gewaltexzessen im unterklassigen heimischen Fußball nicht ab. Zuletzt am 24. Oktober hatte es ebenfalls in der Kreisliga C1 eine Prügelei auf dem Sportplatz in Eisbergen im Rahmen der Partie FSC III gegen DE Costedt II gegeben.
Am Sonntag kam es im Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer TuS Holzhausen/Porta II und dem drittplatzierten Tuspo Meißen in der Halbzeitpause zum Gewaltausbruch. Der Meißener Fußballspieler Feremez Adsiz soll einem Spieler der Gäste aus Porta einen Kaffeebecher aus Porzellan an den Kopf geschmettert haben. Das jedenfalls berichten Zeugen des Vorfalls.
Mutmaßlicher Täter in Meißen rausgeworfen
In Meißen scheint man von dieser Schilderung der Tatumstände überzeugt. Jedenfalls wurde Feremez Adsiz aus der Mannschaft suspendiert. "Ich habe ihn rausgeschmissen. Solche Spieler will ich nicht", berichtete Tuspo-Trainer Sadok Ferchichi gestern dem MT. Den Spielerpass habe er bereits an den Vorsitzenden der Kreisspruchkammer, Andreas Lüttge, weitergeleitet, sagte Ferchichi. Erst im Sommer hatte der Coach mit der Mannschaft in der neu gegründeten Fußball-Abteilung im Tuspo den Spielbetrieb aufgenommen.
Nach Darstellung verschiedener Zeugen hatte der Meißener Spieler Mitte der ersten Halbzeit die Rote Karte vom Schiedsrichter gesehen und das Spielfeld verlassen müssen. In der Halbzeitpause, Spielstand war 4:0 für Holzhausen/Porta, verließen beide Teams den Platz und gingen zu den Umkleidekabinen. Dann habe sich Adsiz auf den Gästespieler zubewegt, mit dem er schon im Vorfeld der Roten Karte zusammengeraten war, und ihm die Kaffeetasse mit Wucht an den Kopf geschlagen. Danach habe es eine Schlägerei mindestens zwischen den beiden Beteiligten gegeben, auch von Tritten war die Rede. Doch Genaueres zum weiteren Verlauf konnten die Zeugen nicht beschreiben.
"Da war alles voller Blut" schilderte Meißens Betreuer Frank Vogt die Umstände nach dem Vorfall. Polizei und Krankenwagen wurden zum Platz gerufen. Der Schiedsrichter brach die Partie ab.
Der Gästespieler wurde ins Krankenhaus gebracht und dort behandelt. Schwere Verletzungen am Kopf, insbesondere am Ohr, wurden in einer Operation versorgt. Zudem habe sich der Spieler Prellungen am ganzen Körper zugezogen. Das berichtete gestern Torsten Schwier, Spartenleiter Seniorenfußball beim TuS Holzhausen/Porta.
"Der wird bestimmt lebenslang gesperrt"
Die Darstellung des Tathergangs bestätigt im Wesentlichen auch Udo Quast. Doch der Vorsitzende des Kreisschiedsrichter-Ausschusses gab keine Details aus dem Schiedsrichterbericht preis, weil er dem zu erwartenden Verfahren vor der Kreisspruchkammer nicht vorgreifen will.
Über den Ausgang eines Verfahrens macht sich Frank Vogt bereits seine Gedanken: "Nach dem, was da vorgefallen ist, wird der bestimmt lebenslang gesperrt", vermutet der Meißener Team-Betreuer.
Doch es könnte sein, dass sich die in diesem Herbst reichlich beschäftigte Spruchkammer zwar mit dem Spielabbruch und der Spielwertung beschäftigen muss, nicht aber mit dem 35-jährigen Adsiz. Mit einem Austritt oder Ausschluss aus dem Verein wäre er der Sportgerichtsbarkeit entzogen - jedenfalls solange, bis er wieder in einem Verein Fußballspielen möchte.
Einem anderen Verfahren wird er sich aber wohl stellen müssen. Das Opfer stellte Strafanzeige bei der Polizei. Damit steht dem mutmaßlichen Täter ein Strafverfahren und eventuell auch ein Zivilverfahren vor den ordentlichen Gerichten bevor.



































