Ein letztes A-ha-Erlebnis im Haller Gerry Weber Stadion / Norwegische Kultband verabschiedet sich mit Hitreigen
Und als der Mädchenschwarm gar den Opener "Butterfly" (Schmetterling) anstimmt, haben viele der Besucher Schmetterlinge im Bauch. Da ist sie wieder, diese unvergleichliche Falsett-Stimme: so glasklar und durchdringend wie vor 25 Jahren, als die Band den Durchbruch schaffte. Unbeschreiblich.
Drum pflege, was Dir lieb ist. Diesem Leitsatz folgend hat Harket nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm an langen Partynächten, Drogen und Alkohol nichts liegt. Vielmehr habe er eine Vorliebe für das weibliche Geschlecht. Fünf Kinder aus drei Beziehungen sind sicherlich eine stolze Bilanz. 15 Nummer-Eins-Hits in 25 Jahren auf der anderen Seite natürlich auch.
Man vergleiche: Whitney Houston, Mitte der 80er Jahre ebenfalls als Stimmwunder gepriesen, hat sich mit ihrem abgewrackten Lebensstil ihr höchstes Gut, die Stimme, ruiniert und stolpert bei ihrer Comeback-Tour von einer Peinlichkeit in die andere.
Nicht so Harket und seine Mitstreiter Magne Furuholmen (Keyboards) und Pal Waaktaar-Savoy (Gitarre). Selbst die kritischsten Passagen meistert der 50-Jährige traumhaft sicher und reißt die Fans immer wieder zu Szenenapplaus hin. Keine Spur von Luft- oder Lustmangel. Im Gegenteil. Die proklamierte Trennung scheinen das Trio noch einmal zu Höchstleistungen zu treiben.
"Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes ein ultimatives Abenteuer gelebt. Länger und erfolgreicher als die meisten für möglich gehalten hätten", so die Band in einem Statement. A-ha werden ihr ultimatives Abschiedskonzert vor heimischem Publikum am 4. Dezember in Oslo geben. Die Tickets dafür waren bereits kurz nach der Bekanntgabe 2009 im Nu vergriffen.
Und wie könnte die Band ihre musikalische Zeitreise besser beenden als mit dem Hit, mit dem alles begann: "Take On Me". Während das legendäre Musikvideo mit Morten Harket und seiner damaligen Freundin Bunty Bailey in einer Mischung aus comicartigem Animationsstil und Realbildern über die große Leinwand flimmert, bringen Harket und Co. das Stadion ein letztes Mal zum Kochen, bevor die Band in Halle Geschichte ist.
Harkets traumhafte Falsett-Stimme wird aber sicherlich ewig in den Ohren der Fans klingen.