Arminia Bielefeld feuert Trainer / Dammeier vorerst Interimscoach / Defizit eine Million höher als zunächst angegeben
"Mir persönlich ist die Beurlaubung sehr schwer gefallen, da er mein Wunschkandidat war", sagte Detlev Dammeier, Sport-Geschäftsführer des Klubs. Der 43-jährige Gerstner, als weitgehend unbekannter Co-Trainer von Sturm Graz gekommen, hatte erst zu Saisonbeginn sein Amt übernommen. Im heutigen Auswärtsspiel bei Alemannia Aachen wird Dammeier mit den Co-Trainern Frank Eulenberg und Jörg Böhme als Interimscoach auf der Bank sitzen.
"Das ist in meinen Augen die logische Konsequenz, um die Dinge weiterzuentwickeln wie bisher - ohne alles umzukrempeln", meinte Dammeier, der nur für eine kurze Zeit als Trainer einspringen will. Sein Ziel ist jetzt kurzfristiger Erfolg. Dabei seien vor allem die Profis gefordert: "Die Mannschaft steht im Vordergrund. Die Spieler müssen nun zeigen, ob sie Kerle sind."
Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsführung der Arminia hatten sich drei Tage nach der blamablen 0:1-Heimpleite gegen den Karlsruher SC für eine Trennung von Gerstner entschieden. Nach einem glänzenden Saisonstart mit acht Siegen in Serie und der Tabellenführung müssen die Ostwestfalen nun um den Wiederaufstieg in die Bundesliga bangen. Nach zuletzt mäßigen Heim-Darbietungen ist Arminia mit drei Punkten Rückstand auf den Relegationsrang nur noch Fünfter.
Offen ist noch, wer Gerstner auf der Alm folgen wird. "Ich habe noch keine Gespräche mit möglichen Nachfolgern geführt", sagte Dammeier. Der Spielraum bei der Trainersuche dürfte dabei angesichts der Finanzierungslücke im Vereinsetat in Millionen-Höhe sehr eingeschränkt sein. Nach einem Bericht des "Westfalen-Blatts" soll das Defizit des Klubs rund 3,5 Millionen Euro betragen und damit eine Million höher sein als zunächst angegeben. Zu dieser Bewertung sei die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach Durchsicht der im März vorgelegten Konsolidierungsunterlagen gekommen.
Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Heinz Anders wollte die Zahl zwar nicht kommentieren, bestätigte aber: "Die beiden Beträge liegen in der Tat auseinander." Unruhige Nächte beschere ihm das aber nicht. Denn die DFL habe inzwischen signalisiert, die an Arminia gestellten Forderungen als erfüllt anzusehen. Falls das doch nicht der Fall sein sollte, drohen Punktabzug oder Geldstrafe.
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