Die Probleme in Europa spielen nur am Rande eine Rolle. Mit dem Partnerland China will die Hannover Messe gegen die Konjunkturflaute in vielen Ländern ansteuern. Knapp 5000 Unternehmen aus 69 Ländern beteiligen sich an dem Branchentreffen vom 23. bis 27. April. Wie Messe-Vorstandschef Wolfram von Fritsch gestern in Hannover sagte, entspricht das einem Plus von acht Prozent gegenüber der vergleichbaren Veranstaltung 2010. In geraden Jahren ist das Programm kleiner als in ungeraden.
China will seine Kontakte zu Deutschland ausbauen. "Die Regierung gibt der Tatsache, dass sich China beteiligt, allergrößte Beachtung", sagte Li Nianping, Gesandter der Botschaft Pekings in Berlin. "Wir hoffen, dass wir zu einer noch stärkeren und pragmatischeren Zusammenarbeit kommen." Premier Wen Jiabao eröffnet die Messe am Samstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Aus Sicht des Messechefs hat die anhaltend schwierige Lage in den Krisenländern Südeuropas keine unmittelbaren Folgen für die meisten deutschen Maschinen- und Anlagenbauer. "Die Industrie sieht nach wie vor große Chancen", sagte von Fritsch. Vor allem in Brasilien, Russland, Indien und dem Partnerland China sieht die Industrie jedoch weiter enormes Wachstumspotenzial.
Umwelttechnik wird Leitthema
Das zeigt sich auch im Ausstellerprofil der Hannover Messe: Die Hälfte der Teilnehmer kommt 2012 aus dem Ausland. Die Fläche wuchs um 16 Prozent auf mehr als 172 000 Quadratmeter.
Der Einsatz von Umwelttechnik über sämtliche Produktionsstufen hinweg ist Leitthema der Messe. "Nach dem Fukushima-Schock ist der Innovationsschub eingetreten. Die Industrie läuft auf vollen Touren und zeigt, wie sie die Energiewende umsetzen kann", so von Fritsch.
Auch die Chinesen haben große Erwartungen. Fast 500 Aussteller kommen aus dem Reich der Mitte. Auf dem zentralen Stand stellen sich 13 staatliche Unternehmen vor, nach Angaben Lis kommen außerdem 230 Führungskräfte zum deutsch-chinesischen Wirtschaftsgipfel am Montag. "Wir hoffen, dass wir neue Partner finden", sagte Li.
Inzwischen entfielen 30 Prozent des Außenhandels seines Landes mit der EU auf Deutschland. Das Potenzial sei - auch angesichts 158 chinesischer Investitionsprojekte in der Bundesrepublik im Jahr 2011 - weiterhin groß. Die Kooperation könne noch "in beide Richtungen forciert werden", sagte der Diplomat. Dabei spiele besonders die Umwelttechnik eine wachsende Rolle: "Genau in diesem Gebiet bietet Deutschland einen technischen Vorteil, während China einen Marktvorteil bietet."













