Die demografische Entwicklung mache es zunehmend schwerer, qualifizierte Nachwuchsunternehmer zu finden, teilt die Kammer in Bielefeld mit. Nicht nur Lehrlinge und Fachkräfte seien mittlerweile zur Mangelware geworden, sondern auch Existenzgründer und damit potenzielle Übernehmer von Betrieben. Besonders in ländlichen Gebieten und in einigen Branchen bestehe die Gefahr einer "Nachfolger-Lücke", warnt Wolfgang Borgert, Geschäftsführer für Wirtschaftsförderung. Damit werde es künftig noch schwieriger, geeignete Nachfolger zu finden und den Übernahmepreis zu erhalten, den man sich vorstelle.
Jedem Unternehmer sei dringend zu empfehlen, sich frühzeitig mit der Nachfolgefrage zu befassen, sagt Borgert. Nach seiner Darstellung gibt es allein in Ostwestfalen-Lippe jährlich mehr als 600 Handwerksunternehmer, die ihren Betrieb aus Altersgründen an einen Nachfolger übergeben wollen - "mit steigender Tendenz". Zum OWL-Handwerk zählen rund 21000 Betriebe mit 145000 Beschäftigten, die 2011 einen Umsatz von 14,7 Milliarden Euro erwirtschafteten. Borgert verwies darauf, dass die Übergabequote innerhalb der Familie in den letzten Jahren auf nur noch rund 40 Prozent gesunken sei. Schon bei mehr als jedem zweiten Handwerksbetrieb werde deshalb ein familienexterner Nachfolger gebraucht.