Nach Auskunft des Personalvorstands Dr. Michael Pütz sind die Gründe für die Kurzarbeit eingeplante Windenergie- und Bahnprojekte in China, die aber derzeit auf der Kippe stehen.170 von 360 Mitarbeitern im Geschäftsbereich Harting Electronics werden von der Kurzarbeit zunächst betroffen sein, sagte Pütz gestern gegenüber dieser Zeitung. Weltweit hat das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 3400 Mitarbeiter. Zum 1. Februar wurde die Kurzarbeit aufgenommen.
"Die Maßnahme ist auf eine Dauer von zwei Monaten begrenzt. Andere Unternehmensbereiche sind davon nicht betroffen", betonte Pütz. Die anhaltend gute Auftragslage in Europa, und hier vor allem in Deutschland, reiche nicht aus, um die rückläufigen Auftragseingänge aus Asien vollständig auszugleichen. Für das Geschäftsjahr 2010/2011 gibt Harting seinen Umsatz mit 481 Millionen Euro an.
Pütz geht davon aus, dass die Projekte, die derzeit auf Eis liegen, nicht ersatzlos gestrichen werden, sondern nur verschoben sind. "Oder vielleicht an anderer Stelle kompensiert werden können." Sollte dies nicht gelingen, müssten "die Karten neu gemischt werden".
Die jetzt angekündigte Kurzarbeit sei bereits der zweite Schritt zur Anpassung an die gegenwärtige Auftragslage, zuvor seien bereits die Arbeitskonten der betroffenen Beschäftigten auf null gefahren worden. "Bis vor Kurzem ging es ja aufwärts, dementsprechend waren die Arbeitskonten gut gefüllt."
Bisher habe sich das Mittel der Kurzarbeit bei Harting bewährt, sagte Pütz. "In der Finanzkrise hat das sehr gut funktioniert." Harting wolle nicht "sofort zur Keule greifen" und Personal entlassen. "Wir brauchen die Mitarbeiter und sind froh, sie an Bord zu haben, wenn es wieder aufwärtsgeht."
In dieselbe Kerbe schlägt auch Firmenchef Dietmar Harting: "Unser oberstes Ziel ist die Erhaltung und Sicherung von Arbeitsplätzen. Deshalb haben wir uns frühzeitig für die Einführung der Kurzarbeit entschieden, um flexibel auf die weitere Entwicklung reagieren zu können". Der Betriebsrat war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.



















