Treffender lasse sich das Understatement der Möbelmarke nicht beschreiben. Jetzt feierte das Unternehmen in Rheda-Wiedenbrück seinen 75. Geburtstag. Und getreu der eigenen Devise "Interlübke-Möbel sind hochpreisig, aber kein Luxus" ist das Jubiläumsjahr weniger den Festlichkeiten ("Es gibt eine Feier für die Mitarbeiter") als vielmehr den "Weichenstellungen" gewidmet.
"Wir müssen Vordenker bleiben", sagt Leo Lübke. Im vergangenen Jahr ist der Umsatz erstmals seit 2007 wieder gewachsen, und zwar um 6,2 Prozent auf fast 35 Millionen Euro; im Erfolgsjahr 2007 waren es 45,7 Millionen Euro gewesen. Die Exportquote erreichte 33 (2007: 43) Prozent. Nach dem schwierigen Krisenjahr 2009 - damals wurden 25 Stellen abgebaut - habe die Belegschaft mit 293 Mitarbeitern wieder ihre alte Stärke erreicht. Nach einem schwachen vierten Quartal 2011, auf das Kurzarbeit folgte (zwei Wochen im Januar und eine im Februar 2012), ist Lübke zuversichtlich, nach der "guten" Möbelmesse in Köln im Jubiläumsjahr mehr zu wachsen als der Branchendurchschnitt (die Möbelbranche erwartet ein Plus von zwei bis drei Prozent). "Im Export können wir deutlich zulegen." Vor allem Asien, Südamerika und Osteuropa sieht er als Wachstumsmärkte.
In China hat Interlübke einen neuen Partner, mit dem ein Netz mit 40 Händlern aufgebaut werden soll. Drei Showrooms gibt es bereits in Peking und Schanghai. Auch im Objektbau sieht Lübke Potenzial. Die Sparte legte 2011 um fast 20 Prozent zu.
"Besser zu werden war uns immer wichtiger, als größer zu werden", betont der 48-Jährige, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt. Seine Vorgänger hätten alle die schlichte, zeitlose Schönheit geschätzt. "Die Möbel waren von Anfang an ohne Schnörkel."
Sein Großvater Leo sei überdies von der Bauhaus-Kunst fasziniert gewesen, habe zeitgenössisches Design geliebt. Bis heute setzt Interlübke zu 100 Prozent auf weißen Lack. "Wir haben die Farbe salonfähig gemacht."