Fusionierte Institute Minden-Hille-Porta und Petershagen wollen bei Verwaltung Synergien heben / Termin verzögert sich
Voraussichtlich Ende Mai/Anfang Juni werden rund 120 der insgesamt 316 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank in die neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Verwaltungsgebäude von StraßenNRW an der Marienstraße umziehen. Diesen Termin nannten gestern die Volksbank-Vorstände Peter Scherf, Ulrich Ernsting und Friedrich Schnittker bei der Jahrespressekonferenz des 2011 fusionierten Geldinstitutes im Victoria Hotel.
Mitte des vergangenen Jahres hatte die Volksbank Mindener Land das gut 20 Jahre alte Gebäude, das sich nach Worten von Peter Scherf in einem hervorragenden Zustand befindet, für einen einstelligen Millionen-Betrag von StraßenNRW erworben. Rund sechs Millionen Euro wird das Genossenschaftsinstitut in die energetische Aufrüstung, neue Datenverarbeitungstechnik, Mobiliar und andere notwendige Dinge investieren. Dabei betont Ulrich Ernsting, dass die Volksbank ohnehin 2,5 Millionen Euro in die Renovierung der Altstandorte hätte investieren müssen, wenn das Projekt Marienstraße nicht realisiert worden wäre.
Mit dem jetzt ins Auge gefassten Termin verschiebt sich der Umzug um etwa drei Monate. Ursprünglich hatten die Banker gehofft, bereits Anfang des Jahres die neuen Räumlichkeiten nutzen zu können. Doch Lieferschwierigkeiten bei der neuen Kühl-Heiz-Decke, die im neuen Verwaltungssitz installiert wird, zögern den Umzug hinaus.
Vor allem im Nord- und Westflügel des Gebäudes werden neben dem Vorstand und dem erweiterten Führungsteam das Kunden-Servicecenter, der Firmenkundenbereich, die Unternehmenssteuerung, die Innenrevision sowie die Personabteilung und das Marktmanagement der beiden ehemaligen Volksbanken Minden-Hille-Porta und Petershagen zusammengeführt, um nach der Fusion Synergien besser ausschöpfen zu können.
Zukunft des Standortes am Markt noch offen
"Wir treffen uns sozusagen auf halber Strecke", hatte der Mindener Peter Scherf im vergangenen Jahr unmittelbar nach Erwerb des ehemaligen StraßenNRW-Sitzes von seinem derzeitigen Büro am Markt zum Bankensitz seines Vorstandskollegen Ulrich Ernsting in Petershagen-Windheim geblickt.
Mit dem Umzug nach Pfingsten wird ein großer Teil der Räumlichkeiten in der Volksbank am Markt nicht mehr für Bankenzwecke benötigt. "250 bis 300 Quadratmeter brauchen wir für die Hauptgeschäftsstelle, die auf jeden Fall in der Innenstadt verbleiben wird", erläuterte Scherf gestern. Ob die Volksbank dabei als Mieter oder als Eigentümer diese Serviceräume betreiben wird, ist noch offen.
In einem Aufsichtsratsbeschluss hatte das Kreditinstitut einen Betrag festgelegt, der mindestens erzielt werden muss, wenn die Volksbank-Gebäude am Markt und an der Lindenstraße 4-6 veräußert werden können. Interessenten gäbe es einige, verwies Vorstand Scherf auf Gespräche mit möglichen Investoren, die vor allem die Lage und die eindeutigen Eigentumsverhältnisse zu schätzen wüssten. Zudem hatte die Bank im Zusammenhang mit dem Neubau des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) an der Lindenstraße bereits eine Zufahrt für eine infrage kommende Tiefgarage auf dem etwa 2200 Quadratmeter großen Volksbank-Grundstück errichten lassen (das MT berichtete).
Weitere Entwicklung der City nimmt Einfluss
Dass es noch keine konkreten Verhandlungen über einen Verkauf oder eine Vermietung gebe, liege vor allem an der unklaren Entwicklung in der Innenstadt, betonten die Vorstände. So hat der Hamburger Projektentwickler ECE bis Ende März noch Zeit, endgültig zu erklären, ob er die Errichtung eines Einkaufscenters am ehemaligen Hertie-Standort in der Bäckerstraße für umsetzbar hält. Und auch im Rathausquartier ist noch völlig unklar, ob eine Entwicklung eines kleineren Einkaufszentrums möglich ist.
Die Bilanz der Volksbank Mindener Land auf Seite 20