Die Vorstände Peter Scherf, Ulrich Ernsting und Friedrich Schnittker strahlten gestern bei der Vorlage der Bilanzzahlen um die Wette und zeigten sich rundum zufrieden mit dem Geschäftsverlauf im ersten Ehejahr. Bei der Verschmelzung der beiden Volksbanken Minden-Hille-Porta und Petershagen "haben alle Mitarbeiter hervorragend mitgezogen", lobte Schnittker das Engagement der insgesamt 316 Beschäftigten in den 30 Geschäftsstellen. Ende Mai verlässt das "Volksbank-Urgestein" die Kommandobrücke und geht in den Ruhestand.
Die Aufteilung des großen Geschäftsgebiets in fünf Regionalmärkte (Minden, Petershagen, Lahde, Hille und Hausberge) mit dezentraler Organisation habe sich als richtige Strategie erwiesen. Das Filialnetz werde vorerst nicht angetastet, versicherte das Vorstandstrio einhellig. Schnittker: "Wir wollen abwarten, wie die Kunden mit den Füßen abstimmen und den Prozess weiter beobachten."
Investitionen ins Heim beleben Kreditgeschäft
Dass eine Fusion im Genossenschaftslager kein Selbstläufer ist, belegt ein Blick über die Landesgrenze nach Niedersachsen. Dort platzte jüngst überraschend die angekündigte Hochzeit zwischen den Volksbanken Schaumburg und Hameln-Stadthagen. Nach Medienberichten stimmt die Chemie wohl nicht und es fehlte eine Vertrauensbasis.
Diese Voraussetzungen waren bei der heimischen Hochzeit zum neuen genossenschaftlichen Banken-Flaggschiff im Altkreis Minden offenkundig vorhanden. Sichtbarer Beweis ist ein Blick auf das Betriebsergebnis nach Bewertung. Unter dem Strich verbuchte das fusionierte Institut in 2011 einen Gewinn von 5,8 Millionen Euro, ein Plus von rund 500000 Euro. Die Bilanzsumme kletterte um 27 Millionen auf 1,03 Milliarden. Freude bereitete dem Institut das Wachstum im Kreditgeschäft (siehe Grafik). Neben der verstärkten Nachfrage der Wirtschaft sorgten laut Scherf auch die privaten Haushalte ("Renovierer, Modernisierer und Öko-Investoren") für kräftige Impulse bei den Ausleihungen. Nicht ganz so dynamisch entwickelte sich die Einlagenseite.
"Wir können unser Rücklagen weiter stärken und obendrein unsere Mitglieder am Erfolg angemessen beteiligen", deutete Ernsting eine Ausschüttung auf Vorjahreshöhe an die nunmehr 32558 "Genossen" (plus 302) an. Als Bindeglied zwischen den Anteilseignern und der Voba-Spitze wurde ein neuer, 30-köpfiger Beirat gegründet. Seite 5