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05.06.2012
Zweifamilienhaus bleibt als Ruine zurück
Mehrere Verletzte nach Explosion von Feuerwerkskörpern / Ursache noch nicht ermittelt / Erstaunen über Ausmaß
VON MATTHIAS BENIRSCHKE

Bielefeld (lnw). Nach der spektakulären Explosion eines privaten Feuerwerkslagers in Bielefeld ist der schwer verletzte Wohnungsinhaber nicht mehr in Lebensgefahr. Sein Zustand habe sich stabilisiert, sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Nach der Explosion eines privaten Feuerwerkslagers blieb das Zweifamilienhaus einsturzgefährdet. | Foto: Matthias Benirschke/lnw

Die Ursache der Explosion sei noch unklar. Das Zweifamilienhaus sei einsturzgefährdet. Darum sei man noch nicht zu dem völlig zerstörten Kelleranbau vorgedrungen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Sprengstoffspürhunde suchten die umliegenden Grundstücke ab. Für Augenzeugen war es wie eine Mischung aus Silvesterfeuerwerk im Juni und Bürgerkrieg.

Zur späten Mittagszeit schepperten am Sonntag im Bielefelder Stadtteil Schildesche Scheiben, ohrenbetäubende Explosionen trieben die Anwohner scharenweise auf die Straße. Im Umkreis von mehr als 100 Metern lagen faustgroße Steine auf der Straße. Zugleich malten Silvesterraketen rote und grüne Lichtblitze in den wolkenverhangenen Himmel oder jagten in Kopfhöhe waagerecht durch die Straßen. Blauer Rauch nebelte das Viertel ein.

Am Tag danach wurde das ganze Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Der massive Anbau hinter dem Haus ist in sich zusammengefallen. Feuerwehrleute stapfen über Schutt und Trümmer, spritzen Wasser auf den Löschschaum. In der Giebelwand gähnt ein großes Loch, ein Fenstersturz hängt bedrohlich schief, ein Balken ragt sinnlos und ohne Halt ins Nichts.

Der schwer verletzte Wohnungsinhaber ist mit schweren Verbrennungen und Beinverletzungen zur Behandlung in eine Spezialklinik nach Hannover geflogen worden. Der 42-Jährige hatte die Genehmigung zum nicht-gewerblichen Umgang mit Pyrotechnik der Klassen I bis IV, also vom Silvesterknaller bis zum Großfeuerwerk, sagte Jürgen Kley vom Ordnungsamt. Wenn man den Kelleranbau als eigenes Gebäude ohne Wohnraum einstuft, hätte der Mann dort bis zu zehn Kilogramm Feuerwerk der Klassen I und II sowie fünf Kilo der Klassen III und IV kurzfristig lagern dürfen, sagte Kley. In einem Gebäude mit Wohnraum dagegen deutlich weniger. Es sei kein Feuerwerk in Bielefeld für die nächsten zwei Wochen angemeldet gewesen.

Der Pyrotechniker Markus Katterle von der Bielefelder Firma Flash Art zeigte sich erstaunt über das Ausmaß der Zerstörung. "Wenn in legalen Mengen Silvesterfeuerwerk dort gelagert worden wäre, dann wäre so eine Explosion nicht möglich gewesen", sagte Katterle der Nachrichtenagentur dpa.

Experten des Landeskriminalamts untersuchten nun die Unglücksstelle, sagte Knut Packmohr von der Kripo. Hunde suchten in den umliegenden Gärten nach weiteren Raketenteilen. Überall lagen feste, mehr als 20 Zentimeter lange Papprollen, aus denen Pulver rieselte.

Im Obergeschoss des Hauses lebten der 42-Jährige, seine gleichaltrige Frau und die 14 Jahre alte Tochter, im Erdgeschoss seine Mutter. Die 66 Jahre alte Mutter verletzte sich bei der Flucht durch ein Fenster. Die anderen beiden sowie mehrere Nachbarn wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung beobachtet, blieben ansonsten aber unverletzt.

Dokumenten Information
Copyright © Mindener Tageblatt 2013
Dokument erstellt am 04.06.2012 um 23:26:42 Uhr

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Kommentare
@ Wahrheit: Sicher haben wir eine Meinungsfreiheit, aber in den Foren, auch hier bei den Kommentaren tummeln sich einige Trolle die IMMER das Verkehrte lesen (wollen) und jedem das Wort im mund umdrehen.Und meine Ergänzung sollte nur noch einmal genau klar stellen, was ich gemeint habe, ehe man wieder versucht mir etwas Falsches zu unterstellen. Im Prinzip geht mir die Meinung dieser Typen am A... vorbei. Aber eine Richtigstellung ist auch angebracht.
Was die Meinungsfreiheit angeht, ist diese aber nicht so unbelastet: In vielen Online Foren werden scheinbar gezielt einige Posts NICHT veröffentlicht, weil dort Jungspunde oder Praktikanten entscheiden, was und ob etwas veröffentlicht wird. Das nenne ich Meinungsbeeinflussung. Leider ist auch das MT nicht ganz jungfräulich, zwei Leserbriefe, die ich vor 4 und 2 Wochen ans MT geschickt hatte, wurden bisher nicht gedruckt. Ohne das ich die Benutzungsbestimmungen verletzt hatte.

Warum muss man vorsichtig sein, mit dem was man schreibt. In Deutschland herrscht freie Meinungsäußerung, und wenn man immer nur wie die Katze um den heißen Brei redet, halten einen die anderen für Doof und oder Schwach.

Wenn ich sage oder schreibe was ich denke, dann weiß gleich jeder wo er dran ist....

Ergänzung:
Ehe wieder alles falsch ausgelegt wird - ich meine natürlich NICHT, das es falsch ist das die Beamten die Waffe nicht benutzen.
Sondern das die Ausbildung nicht ausreichend ist. (Man wird ja vorsichtig mit dem was geschrieben wird)

@ q-peke:
Danke für Ihren sachlichen, früheren Kommentar und die Info zum Sport. Allerdings wird das die wenigsten Schreiber interessieren, die alles ablehnen und anfeinden, was diese nicht kennen, können oder wollen. Ohne sich vorher auch nur im Geringsten zu informieren, was in der heutigen Zeit des Internets kein Problem mehr sein dürfte. Ich halte z.B. den "Angelsport" auch für fragwürdig, zu dem noch Tiere aus Wettkampfzwecken getötet werden. Oder das Geländereiten, was vielen Pferden den Tod brachte. Und noch dutzende andere Sport/Freizeitbeschäftigungen. Aber dennoch würde ich mich nicht erdreisten es verbieten zu wollen oder solche Sportler anfeinden... Zudem ging es um ein anderes Thema, und die Gründe der verherenden Explosion sind noch nicht geklärt - nur: Es war kein Sportschütze mit einem Erlaubnisschein. Allein das zählt für mich. Zu klären ist in jedem Fall, woher diese Mengen Pyrotechnik kamen, und warum solche Mengen gelagert wurden. Welche Wirkung so etwas in einem Extremfall haben kann, zeigte die Katastrophe von Enschede, wo ein Stadtteil zerstört wurde.
Nachtrag zum Kommentar des Herrn Gieseking: Niemand, weder VL Schütze noch ich, haben behauptet, das Personenschützer oder Polizeibeamte unfähig oder unwissend sind. Das ist eine unrichtige Unterstellung. Es wurde nur darauf hingewiesen, das die Ausbildung an den Waffen NICHT ausreichend ist, was auch etliche Poizisten bestätigten - der Grund ist neben den Kosten wohl auch die Tatsache das die wenigsten der Beamten jemals eine Waffe benutzen müssen. Und das ist zum Wohl der Beamten und der zu schützenden Bürger FALSCH. Ich glaube das ich mit dieser Meinung nicht daneben liege. Und ich werde nun aus eigenem Interesse einmal googeln wie viele Sportarten existieren, die ohne große körperliche
Bewegung betrieben werden....

Das ist die unterdrückte Quelle:
wikipedia unter dem Stichwort Sport



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