Der ganze Frust zielt auf Tafel-Leiterin Rosetraut Kirse. Die ist selbst konsterniert über den nicht abreißenden Ärger. Sie spricht von "Hexenjagd". Nun will der Sozialpfarrer Matthias Blomeier eingreifen.
Als "menschenverachtend" beschreibt Barbara Beckmann vom Tafel-Landesverband den Ton von Kirse gegenüber den Menschen, die dort Wurst, Kartoffeln und Brot bekommen, um ihre leeren Kühlschränke aufzufüllen. Beckmann ist beim Tafel-Ableger in Herford tätig.
Flankiert wird ihre Einschätzung von Kunden wie Sandra Mönch und Nicole Wrede. Die Frauen sagen, sie hätten die Zustände endgültig satt. Mönch, Mutter von zwei kleinen Kindern und seit gut eineinhalb Jahren wegen finanzieller Schwierigkeiten auf die Tafel angewiesen, moniert den "unwürdigen" Umgangston und die Ungenießbarkeit vieler Waren. "Ich habe Fisch bekommen, der seit drei Wochen abgelaufen war."
Noch im Januar hatten Vertreter von Bundes- und Landesverband zusammen mit der Bielefelder Tafel versucht, die Lage zu befrieden. Sie hatten neue Regeln ausgehandelt. Demnach muss sich Kirse aus der Ausgabe zurückziehen, "Verkäufe" sind verboten und Verdorbenes darf ausgetauscht werden. Der zweite Vorsitzende Seidner pocht seitdem darauf, dass die Qualität der ausgegebenen Waren genau geprüft wird.
Nun versucht Matthias Blomeier, Sozialpfarrer des evangelischen Kirchenkreises, zu vermitteln.



