Detmold (ero/gär). Die ermordete Jesidin Arzu Ö. (18) aus Detmold soll an diesem Samstag in der Türkei beerdigt werden. Wie ein Sprecher der Detmolder Staatsanwaltschaft bestätigte, wurde der komplette Leichnam freigegeben. Ein Bestatter habe von Arzus Familie den Auftrag erhalten, ihn in die Türkei zu überführen.
Entgegen anderslautenden Meldungen sollen Arzus Eltern sowie ein Onkel bereits in die osttürkische Stadt Midyat geflogen sein, um dort der Beerdigung beizuwohnen. Dies bestätigte gestern eine nahe Verwandte der Familie Ö. Gegen Arzus Vater sowie weitere fünf Geschwister ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Nachdem der Bruder Kemal (24) am vergangenen Donnerstag freigelassen worden ist, sitzen jetzt noch die Schwester Sirin (27) sowie die Brüder Kirer (25), Osman (22) und Elvis (21) in Untersuchungshaft. Sie schweigen. Um mögliche Absprachen zu verhindern, sind die Beschuldigten getrennt in Gefängnissen in Hamm, Münster und Bielefeld untergebracht. Die vier letztgenannten Geschwister sollen Arzu am 1. November 2011 entführt haben. Anschließend wurde die 18-Jährige getötet. Die genaueren Umstände sind dazu noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft kennt aufgrund der rechtsmedizinischen Untersuchungen zwar die Todesursache, aber sie macht dazu keine Angaben, weil es sich auch um sogenanntes Täterwissen handelt.
Die Ermittlungen in dem Fall würden vermutlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte Oberstaatsanwalt Michael Kempkes.



