Herford (nw). Schon der Wagen von Adrian Wüllner ist ein Hingucker: Baujahr 1983, originale Diamantsilber-Metallic-Lackierung. In einem Jahr hat der Wagen Oldtimer-Status. Doch mit einem selbstgebauten Anhängsel schießt Wüllner den Vogel ab: Dasselbe Automodell, in der Mitte durchgesägt, befindet sich als mobile Schlafgelegenheit hinten dran.
"Die Idee kam mir beim Surfen durchs Internet", erzählt der 26-jährige gelernte Karosseriebauer aus Eickum. "Den Passat wollte ich schon immer haben, denn so ein Modell hatten auch meine Eltern."
Vor zwei Jahren hat er sich dann den Traum erfüllt und begann auch flugs mit den Basteleien für den Anhänger. Es war Zufall, dass er dasselbe Auto-Modell noch einmal von einem Bekannten angeboten bekam. "Freunde haben mich oft gefragt: Wozu brauchst du den Anhänger eigentlich?"
Es kann schon mal vorkommen, dass Wagen auf der Autobahn auf dem Standstreifen fahren, um einen Blick zu erhaschen. | Foto: Frank Michael Kiel-Steinkamp
"Ich hasse es, im Zelt zu schlafen"
Adrian Wüllners Antwort ist ganz einfach: "Erstens, weil ich ihn besitzen wollte. Zweitens, weil ich es hasse, im Zelt zu schlafen." Mit dem eineinhalbfachen Passat fährt er nun immer zu Festivals oder VW-Treffen in Deutschland. Ob es dann regnet, stürmt oder dreckig ist, kann ihm egal sein.
Der Anhänger ist vollständig mit Rücksitzen und Sicherheitsgurten ausgestattet. Dennoch darf während der Fahrt niemand darin sitzen. Als Stauraum bietet er sich dennoch an.
Mit von der Partie ist häufig auch Freundin Lena Milse (23). Sie erzählt von lustigen Begebenheiten auf der Autobahn: "Die Leute fahren sogar auf dem Standstreifen vorbei, winken wie wild und sind einfach begeistert. Mit so einem Auto fällt man auf."
2.000 Euro in das Bastelwerk gesteckt
Platz zum Schlafen ist im Anhänger übrigens genug: Wenn man die Sitze zurückklappt und eine Matratze rein legt, hält der Anhänger eine Fläche von 2,13 mal 1,40 Meter bereit. "Das ist sehr bequem für Zwei", sagt Wüllner. Bis jetzt hat er etwa 2.000 Euro in sein Bastelwerk gesteckt. Seine Arbeit als Maschinenbautechniker in Bielefeld lässt ihm nur wenig Zeit für seine Leidenschaft.
Während der Fahrt darf niemand im Anhänger sitzen. | Foto: Frank-Michael Kiel-Steinkamp
"Als nächstes bringe ich noch den Wagen in Ordnung. Da muss noch Einiges getan werden - an den Sitzen und am Dachhimmel." Auch der Anhänger braucht noch Nachbesserungen. "Danach fällt mir bestimmt was Anderes ein", sagt Adrian Wüllner, steigt in seinen Mehrfach-Passat und braust davon.