Bundesweit fühlen sich die Gebührenzahler unzureichend über die Verwendung der mehreren tausend Euro, die sie für ihr Studium aufbringen müssen, informiert. Die beiden ostwestfälischen Unis schnitten besonders schlecht ab. Lediglich 10 Prozent der in Bielefeld Immatrikulierten fühlen sich ausreichend informiert. Gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 5,9 Prozent.
Verheerend ist das Paderborner Ergebnis: Nur 2,5 Prozent der Gebührenzahler antworteten diesmal positiv (Platz 47). Im Vorjahr waren es noch 5,6 Prozent. Fast drei Viertel würden die im Hochschuljargon "Campusmaut" genannten Studienbeiträge abgeschafft sehen. Das war auch eine der Hauptforderung der fast 250 000 Demonstranten, die sich vor zehn Tagen am sogenannten Bildungsstreik beteiligt hatten. Sämtliche Klagen gegen die Gebühren waren bislang erfolglos geblieben. So wies erst Ende April dieses Jahres das Bundesverwaltungsgericht die Klage einer Paderborner Kommilitonin ab, die die Rückzahlung ihres Semesterbeitrags in Höhe von 500 Euro erreichen wollte. In "sozialverträglichem Umfang" seien Gebühren rechtens, urteilten die Leipziger Richter.
Veränderungen nur in Bibliotheken
Bereits zum dritten Mal befragten sogenannte "Gebühren-Scouts" im Auftrag des Marketinglehrstuhls der Uni Hohenheim 5600 Gebühren zahlende Studierende an den 49 staatlichen Universitäten, an den die Maut erhoben wird. Das Interesse der Forscher: Wie steht es um die Zufriedenheit mit Studiengebühren und deren Verwendung?
71,5 Prozent aller Befragten sehen in ihrem direkten Studienumfeld keine Verbesserungen der Lehrbedingungen. Der Großteil (80 Prozent) dieser Gruppe erwartet auch in der Zukunft keine Verbesserungen. Positiv wird zumindest vermerkt, dass sich die Ausstattung der Bibliotheken verbessert habe.
Ein Ziel haben Bildungs- und Finanzminister mit der Einführung der Maut erreicht: Die Frage, ob Studiengebühren ein Ansporn sind, schneller zu studieren, beantwortete eine Mehrheit mit Ja.
62,5 Prozent der Paderborner und 48 Prozent der Bielefelder sind dieser Meinung. Interessant ist der Meinungsumschwung an der TU München. Vor einem Jahr sagten dies dort 43,3 Prozent. 2009 sank die Zustimmung auf 21 Prozent. Spitzenreiter ist die Uni Siegen mit 71,5 Prozent.
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