Wie die Lippische Landes-Zeitung in Detmold erfuhr, waren am Karfreitag rund 23 Rechte in Kniebundhosen und Dirndl zu einer "Wanderung" Richtung Hermannsdenkmal unterwegs. Dabei wurden sie von der Polizei beobachtet.
Der Staatsschutz registrierte eigenen Angaben nach ihm bekannte Akteure der Szene aus Ostwestfalen und dem angrenzenden Niedersachsen, die teilweise auch schon im Umfeld der inzwischen verbotenen "Heimattreuen Deutschen Jugend" aufgetaucht waren. Die Gruppe habe wie zahlreiche andere Touristen auch Denkmal und Bandelhütte besichtigt und gepicknickt. Sie habe sich völlig unauffällig gegeben und kein strafbares Verhalten gezeigt, sagte Rudolf Frühling, Leiter Rechts- und Linksextremismus beim Staatsschutz in Bielefeld.
Im Internet auf einschlägigen Seiten kursierende Berichte, die Gruppe sei am späten Nachmittag noch einmal am Denkmal aufgetreten und habe dort ein Plakat entrollt, nannte der Staatsschutz falsch. Am Ostermontag sei die Polizei von aufmerksamen Bürgern alarmiert worden. Diesmal habe sich eine Gruppe von neun Personen am Denkmal aufgehalten, darunter fünf bekannte Rechte aus der Region. Sie hätten eine Fahne geschwenkt, die die Polizei sichergestellt habe. Die Beamten nahmen zudem Personalien auf.
Frühling lobte das Verhalten der Bürger. "Dass die Leute angerufen haben, zeigt, wie wachsam die Bürger sind", sagte er. Der Staatsschutz-Experte rechnet damit, dass im Varusjahr das Denkmal häufiger Ziel der Rechtsextremen sein wird, weil es als nationalistisches Symbol angesehen werde. Darauf habe sich die Polizei vorbereitet. Ein Auftakt sei bereits eine rechtsextreme Demonstration in Osnabrück gewesen, bei der Teilnehmer waren, die jetzt auch am Hermann gesichtet wurden.



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